Vier Westerwälder Autoren mit schaurig-schöner Genreliteratur

Ein unheimlicher Wind weht durch den Westerwald und das Lahntal und flüstert schauerliche Geschichten. Auf diese Weise leitet der Klappentext den im gardez Verlag (Remscheid) erschienen Schauermärchenmix „Die Sturmglocke“ ein. In diesem Werk geben die vier Westerwälder Autoren/innen

Michaela Abresch, Carsten Gerz, Christoph Kloft und Michael Schreckenberg je eine Geschichte zum Besten – eine davon wurde bereits in der SWR-Serie „hierzuland“ vorgestellt.

Die erste Geschichte des Bandes ist „Rückkehr“ von Michaela Abresch: Hier trifft ein junger Biologielehrer am Ufer des Dreifelder Weihers auf ein seltsames Mädchen, das ihn auf magische Weise in den Bann anzieht. Es erzählt ihm von der verschwundenen Burg, die nur alle einhundert Jahre für eine Stunde aus den Tiefen des Sees aufsteigen soll. Als ein Sturm über dem Gewässer aufzieht erfährt er schließlich ihr düsteres Geheimnis. Dieser Geschichte schließt sich „24-6-11“ von Carsten Gerz an, in der ein Mann nachts nach einem geschäftlichen Essen auf dem Heimweg über den Westerwald fährt. Ein furchtbares Unwetter zieht auf. In dem Tohuwabohu sieht er eine junge Frau am Straßenrand stehen, die von Blitz und Donner gänzlich unbeeindruckt scheint. Er bietet ihr an, sie nach Hause zu fahren. Während der Fahrt erzählt sie ihm eine mysteriöse Geschichte, die ihn nie mehr los lassen wird.



Auf diese Erzählung folgt „Sie sind immer noch da“ von Christoph Kloft: In einem Dorf bei Westerburg wird eine schrecklich zugerichtete Leiche gefunden. Die Polizei tappt im Dunkeln. In der Nähe befindet sich eine Gedenkstätte, die daran erinnert, dass hier vor Jahrhunderten zwei Kinder bei Schnee und Eis erfroren sind. Es heißt, dass ihre Familie einst von Einwohnern des Ortes sehr schlecht behandelt wurde. Das Gerücht geht um, dass Kinder zurückgekehrt sein könnten und grausame Rache üben. In der SWR Reihe „hierzuland“ las Kloft bereits einen Auszug aus seiner Geschichte, als das Fernsehteam den Schönberg in Kölbingen porträtierte. Der Autor mit dem passenden Namen Michael Schreckenberg verfasste abschließend die titelgebende Geschichte „Die Sturmglocke“. Hier stellt sich einem Forscher die Frage, welche Bedeutung die geheimnisvollen, fast unsichtbaren Tupfen auf der 800 Jahre alten Glocke im Nordturm des Limburger Doms haben? Auf der Suche nach des Rätsels Lösung findet der Mann den Übergang in eine andere Welt und entdeckt dort die fürchterliche Wahrheit.
    
Abresch, Gerz, Kloft, Schreckenberg: Die Sturmglocke, vier Gruselgeschichten von Westerwald und Lahn. Gardez! Verlag Michael Itschert, 160 Seiten,  19,5 x 12,5 cm. Broschur,  ISBN 978-3-89796-278-1, Preis:  9,90 Euro