Meudter Geschichten erfahren Fortsetzung

Wolf Dieter Endlein ist vielen Westerwäldern bekannt als langjähriger Direktor des Westerburger Gymnasiums. 2013 trat er erstmals auch als Autor in Erscheinung. Band I seiner „Meudter Geschichte(n)“ wurde zunächst im Mitteilungsblatt der VG Wallmerod abgedruckt und erschien dann auch

zusammengefasst in einer kleinen Broschüre. Schon damals fanden seine Erzählungen großen Anklang. Die damalige Veröffentlichung war in kürzester Zeit völlig vergriffen. Nun hat Endlein den Band II seiner „Meudter Geschichte(n)“ fertiggestellt und präsentiert sein Buch am 14. Dezember, 19 Uhr in der Gangolfushalle in Meudt. Alle interessierten Bürger sind dazu herzlich eingeladen. Nach der offiziellen Vorstellung lädt der Herausgeber, die Schreibwerkstatt SCHRIFT:gut aus Westernohe, zu Getränken und einem kleinen Imbiss ein. Ein Eintritt wird nicht erhoben.


Wolf Dieter Endlein (hier zusammen mit seiner Schwester) hat als Sechsjähriger das Kriegsende in seiner Heimatgemeine Meudt erlebt. In “Westerwälder Nachkriegsjahre” schildert er die Spanne zwischen Besatzungszeit und Wirtschaftswunder. Foto: Verlag

Wolf Dieter Endlein hat als Sechsjähriger das Kriegsende 1945 erlebt. In seinem Buch „Westerwälder Nachkriegsjahre“ betrachtet er die dörfliche Welt seiner Heimat mit den Augen eines Kindes bzw. eines Jugendlichen. Er sieht wie amerikanische Panzer der Naziherrschaft ein Ende bereiten, sieht wie sich die Franzosen als Besatzungsmacht präsentieren und wie sich die Menschen in den ärmlichen Zeiten einrichten und ums Überleben kämpfen. Besonders schwer fällt dies den Müttern, deren Männer gefallen sind oder in Kriegsgefangenschaft verharren. So auch Endleins Vater, der erst 1955 aus Rußland zurückkehrte.

Doch in seinem Heimatdorf kehrte schon bald nach 1945 wieder eine gewisse Normalität ein. Handwerker und Bauern versahen ihre Arbeit, es wurde wieder Kirmes gefeiert sowie Theater gespielt und auch die Kinder hatten das Spielen nicht verlernt. Die Lebenswirklichkeit der Nachkriegskinder ist für heutige Jugendliche wohl unbegreiflich und unverständlich. Spiele und Spielzeug waren einfach und vielfach selbst gefertigt. So der Schlitten im Winter oder der Drachen im Herbst. Endlein beschreibt zudem sehr anschaulich das damals noch sehr ausgeprägte bäuerliche Leben: Heuernte, Kartoffelernte, Dreschen oder Hausschaltung.

„Westerwälder Nachkriegsjahre“ ist schon jetzt ein lokales Dokument der Zeitgeschichte. Es skizziert ein Alltagsleben, das jüngere Menschen nicht mehr kennen. Von der Wohnung angefangen, über Essen und Trinken, über Kirche und Schule bis zu Festen und Brauchtum. Die Zeit liegt nur 60 Jahre zurück und trotzdem blickt Endlein in eine völlig untergegangene Welt. Was sich verändert hat seit damals? Fast alles! Und dies macht sein Werk so spannend, so unterhaltsam und so einfühlsam. Wolf Dieter Endleins „Meudter Geschichte(n)“ sind Westerwälder Geschichte; denn so wie in Meudt sah es zu dieser Zeit in allen Dörfern aus.    

Das Buch kann in den Westerburger Buchhandlungen Logo und Kaesberger erworben werden.