Dr. Jürgen Bludau referierte im Caritas-Altenzentrum in Hachenburg

Das Thema Demenz beschäftigt nicht nur Erkrankte und deren Familien, sondern zunehmend auch Menschen, die sich fragen, ob sie selber irgendwann von dieser Krankheit betroffen sein könnten. Unsicherheiten und Ängste prägen die Auseinandersetzung mit dieser Thematik, und die Hoffnungen auf medizinische Hilfe

und pflegerische sowie therapeutische Unterstützung sind groß.


Zahlreiche Interessierte hatten den Weg ins Caritas-Altenzentrum „Haus Helena“ in Hachenburg gefunden und lauschten aufmerksam den Ausführungen von Dr. Jürgen Bludau rund um das Thema Demenz. Im Anschluss beantwortete der Referent die zahlreichen Fragen der Zuhörer.

Vor diesem Hintergrund hatte das Netzwerk-Demenz-Hachenburg kürzlich in Kooperation mit dem Pflegestützpunkt Hachenburg sowie dem Caritas-Altenzentrum Haus Helena zu einem Vortrag eingeladen, der sich mit dem Thema „Demenzerkrankung - Möglichkeiten der Behandlung und familiären Betreuung“ beschäftigte. Referent war Dr. Jürgen Bludau, Chefarzt der Geriatrie im DRK-Krankenhaus Hachenburg, der zunächst in seinen Ausführungen für berufliche Helfer und Fachkräfte einen Überblick über verschiedene Demenzformen und den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung sowie über medikamentöse wie therapeutische Behandlungsmöglichkeiten gab.
Ein zweiter Vortrag sprach dann insbesondere Erkrankte und Angehörige an. Im vollbesetzten Saal des Caritas-Altenzentrums Haus Helena befasste sich Bludau mit der Alzheimerdemenz, schilderte Ursachen und Symptome der Erkrankung und beantwortete die vielen Fragen der Zuhörer. Er betonte unter anderem die Wichtigkeit einer differenzierten Diagnostik, um - je nach der Art der Demenz - den richtigen medikamentösen und therapeutischen Behandlungsweg einleiten zu können. Es gebe leider noch kein Medikament, welches eine Demenz heilen kann, sagte Dr. Bludau. Gleichzeitig aber betonte er, dass sich mit der nötigen Sorgfalt und Aufmerksamkeit für den einzelnen Erkrankten in den allermeisten Fällen medikamentös Einfluss nehmen ließe auf Verlauf und Ausprägung der Erkrankung.

„Eine möglichst lange, aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben, regelmäßige Sozialkontakte und gewohnte Betätigungen jeder Art tragen dazu bei, auch eine demenzielle Erkrankung in ihren Symptomen zu lindern“, so der Referent. Bludau wies weiter darauf hin, dass es für pflegende Angehörige sehr wichtig sei, das Verhalten der Erkrankten als Ausdruck einer schweren Krankheit zu akzeptieren und für sich selber nach Unterstützungs- und Entlastungsmöglichkeiten zu suchen.
Das Netzwerk-Demenz-Hachenburg ist ein Zusammenschluss von verschiedenen ehrenamtlichen und professionellen Helfern und Organisationen aus der Verbandsgemeinde Hachenburg, die sich für die Verbesserung der Lebenssituation von Demenzkranken und ihren Angehörigen einsetzen. Kontakt und Beratung über den Pflegestützpunkt Hachenburg, Telefon 02662/9699730.