Doris Reuter sorgt für Fitness im Alter

Bewegung tut not – auch im Alter. Ober besser gesagt – besonders im Alter. Das hat man im Altenpflegeheim Dickmann in Rennerod schon lange erkannt. Deshalb unterbreitet man den Bewohnern seit fast 20 Jahren sportliche Angebote. Und für die Fitness ist bei Dickmanns Doris Reuter (Rennerod) zuständig.

Zum sportlichen Angebot zählen Krafttraining, Gymnastik, Balancetraining oder ein Barfußweg. Dass Bewegung auch im Alter noch gut tut, wird durch die Teilnehmer immer wieder bestätigt. Doris Reuter: „Die älteren Frauen und Männer freuen sich regelrecht auf die Übungseinheiten. Besonders das Krafttraining hilft dabei die Eigenständigkeit zu erhalten. Das ist allen sehr wichtig. Zudem sorgt die Sportstunde für Abwechselung im Heimalltag“.

Seit 1986 ist Reuter im Hause Dickmann angestellt. Zunächst ausschließlich als Pflegekraft. Dabei hat sie die Erfahrung gewonnen, wie wichtig Bewegung im Alter ist. 1999 hat sie dann beim DRK über einen Zeitraum von drei Jahren den Übungsleiterschein erworben. Die entsprechenden Kurse fanden in Mainz und Worms statt. Nach Abschluss war geplant einen entsprechenden Kurs beim DRK Ortsverein in Rennerod wieder aufleben zu lassen. Das ließ sich auch gut an und die Gruppe ist heute noch aktiv. 2000 entdeckte man dann bei Dickmanns ihr sportliches Talent. Inhaberin Erika Dickmann war von der Idee, Sport im eigenen Haus anzubieten, direkt begeistert und hat die Ausbildung von Frau Reuter unterstützt und gefördert.



Doris Reuter trainiert mit Senioren und sorgt so für Fitness im Alter (Foto: Wolfgang Gerz)
 
Heute stehen fünf Übungseinheiten wöchentlich auf dem Stundenplan des Altenpflegeheims. Dienstags und freitags ist Gymnastik angesagt, donnerstags wird zu Kraft- und Balancetraining eingeladen. Montags und mittwochs wird außerdem von den Betreuungskräften Gymnastik für Demenzkranke angeboten „Anfangs waren es nur wenige Teilnehmer“. Doch mit den Jahren ist ihre „Turnerriege“ von acht auf 18 Personen angewachsen. Dazu kommen gelegentlich auch noch externe Teilnehmer. „Die Beweglichkeit erhalten, Spaß haben, etwas gemeinsam machen – das ist es, was die Leute antreibt“ weiß Reuter zu berichten. Selbst mit 95 Jahren ist eine Frau noch begeistert bei der Sache. Fast alle Teilnehmer haben aber zumindest die 80 überschritten. 2012 hat Doris Reuter noch eine Zusatzqualifikation über die AOK (Sturzprävention) absolviert; in Begleitung des Physiotherapeuten Achim Steup (Hof). Über einen befristeten Zeitraum wurde dieser Kurs von der AOK gefördert, die Förderung ist aber eingestellt und es ist jetzt ein Zusatzangebot im Hause Dickmann. Zudem hat Reuter einen Lehrgang beim DRK in Altenkirchen besucht, in dem Osteoporose-Gymnastik zur Kräftigung der Muskeln vermittelt wurde.

Ihr so gesammeltes Wissen fließt in alle Übungsstunden ein. Dass ihr diese Arbeit viel Freude bereitet, wird schon dadurch unterstrichen, dass sie selbst einen Barfußweg umgesetzt hat. „Wichtig ist es mir, dass in einer Übungseinheit alle Gelenke bewegt werden.“ Besonders Bälle sind als Sportgerät bei den Senioren sehr beliebt. In den Gymnastikstunden setzt Reuter immer unterschiedliche Schwerpunkte. Mal stehen die Füße, mal die Hände, mal die Beine im Vordergrund. Alle drei Jahre muss sie ihren Ausbildungsschein verlängern lassen. Doch das kommt ihr sehr gelegen. Da lernt man nämlich wieder viel Neues.