Ensemble von „Kultur in der Werkstatt“ lud ein zu „Let´s swing“

Die „kleinste Bühne des Westerwaldes“ präsentierte wieder einmal die ganz große Kunst. Das Ensemble von „Kultur in der Werkstatt“ hatte unter der Leitung von Simone Wehmeyer eingeladen zu „Let´s swing“ und entführte die Zuhörer damit in die Epoche der „Goldenen Zwanziger“. Auf hohem gesanglichen Niveau,

mit raffinierten Kostümen im Stil der Zeit, mit bekannten und weniger bekannten Melodien boten die acht Sängerinnen und Dominik Heinz als „der Mann am Klavier“ beste Unterhaltung. Die Räume der ehemaligen Autowerkstatt haben sich inzwischen als Kulturstätte einen hervorragenden Klang erworben. Verantwortlich dafür ist in vorderster Linie Simone Wehmeyer, die es immer wieder versteht interessante und außergewöhnliche Akzente in ihren Programmangebot zu setzen.

Foto: Veranstalter

Mit „Let´s swing“ kam von den Klassikern des Swing bis hin zu aktuellen Popsongs die ganze Bandbreite dieser Musik zu Gehör. Der Swing ist die populärste Stilrichtung des Jazz, die sich durch rhythmisch-dynamische Bewegungsformen auszeichnet. Seine Wurzeln reichen zurück in das Amerika der 1920er und 1930er Jahre. Untrennbar verbunden mit der Verbreitung dieser Jazz-Unterart ist die Entstehung der berühmten Big-Bands. Namen wie Glenn Miller oder Benny Goodman sind noch heute allgemein geläufig. Ella Fitzgerald fungierte als erste bekannte Stimme des Swing. Später war Frank Sinatra ein populärer Vertreter.

Von diesen bekannten Namen  konnte in Rennerod niemand mehr auf der Bühne stehen. Doch die brauchte es auch nicht. Vor einer silbern glitzernden Wand verbreitete sich eine Atmosphäre der damaligen Nightclubs. Bezaubernd die Vielfalt der Kostüme, berauschend die stimmgewaltig vorgebrachten Melodien. Es ging Schlag auf Schlag im Minutentakt und der Besucher fragte sich, wie es möglich ist, so schnell in eine jeweils andere Haut zu schlüpfen. Die weit überwiegend englischen Texte wurden durch mehrere deutschsprachige  Lieder bereichert; ja Bärbel Schilling schaffte - mit Federboa und Fever – sogar den Sprung in den Westerwälder Dialekt.

Das zeigt schon, dass neben Gesang und Musik auch Lachen zu hören war. Besonders bei Titeln wie „Frauen regieren die Welt“ und „In jeder Frau steckt ein Stück Hefe“ („in manchen Männer aber auch“). Aletta Reynolds kam als pinke Barbie-Puppe mit dem entsprechenden Song sowie Spiegel und Bürste auf die Bühne. Dominik Heinz sorgte durchgängig für den guten Ton und Big-Band-Sound vom Band. Live und mitreißend dazu der Gesang von Simone Wehmeyer, Johanna Wolf, Yvonne Weingarten, Diana Konrad, Kathrin Henrich und Martina Grund. Egal ob Solo, im Duo, im Trio oder in Ensemble-Stärke – alle Auftritte überzeugten die Zuhörer, die das Gebotene immer wieder mit viel Beifall bedachten. Wehmeyers kuschelige Kulturwerkstatt überzeugte erneut mit einer gelungenen Aufführung, fernab aller eingetretenen Pfade.