Kulturkreis „Hoher Westerwald“ zu lud kulturellem Pfingstwochenende ein

Kunstaustellung, Vorträge, Lesungen, Büchertisch und viel Musik: Mehr lokale Kultur geht kaum noch. Für ein solch vielfältiges und anspruchsvolles Angebot sorgte der Kulturkreis „Hoher Westerwald“ über die Pfingstfeiertage im Pfarrheim in Rennerod. Von Freitag bis Montag spannte das Team um Hans-Jürgen

Heene, Erika und Gregor Immig sowie Cyrus Nurischad einen Bogen mit lokalen Künstlern, Literaten und Musikanten. Dazu standen die passenden Getränke parat und wurden Köstlichkeiten aus der heimischen Küche aufgetragen. Im Pfarrheim waren Gemälde, Keramik, Glaskunst und Fotos zu sehen. Vorsitzender Heene begrüßte die Gäste und Stadtbürgermeister Raimund Scharwat ging als ehemaliger Vorsitzender auf 25 Jahre Kulturkreis und 800 Jahre Rennerod ein.

Zur Eröffnung der Ausstellung hielt Wolfgang Gerz (Oberrod) einen vielbeachteten Vortrag zur kulturellen Entwicklung im Hohen Westerwald. Unter der Überschrift „Von schwierigen Anfängen und einem guten Ende“ zog er ein überaus positives Fazit zur Kulturarbeit im Raum Rennerod, der in vielerlei Formen Ausdruck verliehen wird. Gerhard Hofmann erläuterte die Entstehung seiner Farbradierung Rennerod und führte dabei in die Geschichte der Druckkunst ein. Hans Ruppert untermalte den Abend musikalisch. An Ausstellern waren vertreten: Urda Bonn (Malerei), Hans-Jürgen König (Glaskunst), Reinhold Bürger (Malerei, Keramik), Hansgeorg Jekat (Malerei), Adolf Schmidt (Historische Stadtansichten), Claus Sonntag (Rennerod gestern/heute) sowie Siegfried Kaden mit Fotokunst.

Der Samstag war der Literatur vorbehalten. Vier lokale Autoren lasen aus eigenen Werken. Den Anfang machte Gregor Immig (Rennerod) mit seinen „Lausbubengeschichten“; Motto: Faustdick hinter den Ohren. Es folgte Anja Simon (Limburg), die unter der Überschrift „Meine liebe Anita“ aus den Feldpostbriefen ihres Großvaters August Simon las. Peter Hermann (Westerburg), der vier Krimis aus dem Raum Rennerod verfasst hat, trug eine humorvolle „Lesung im Altenheim“ vor und erntete dafür viel Beifall. Für einen heiteren Abschluss sorgte Wolfgang Gerz mit einem Auszug aus „Blattschuss bei St. Wendelin“, wobei er bewies, dass es selbst bei einer Beerdigung noch etwas zu lachen gibt. Für die anspruchsvolle Musik des Abends sorgte das Duo „Saitenweise“ (Hans Ruppert/Mahmud Uwimana).

Die Tage drei und vier des Kulturtreffens standen dann ganz im Zeichen der Musik. Zunächst spielte am Hubertusplatz die Jazzband „Schräglage“ auf. Sieben Musikanten und eine Frau verhüllten den Platz an der Kirche in fetzige Melodien. Nachmittags sorgte die Frauengemeinschaft Rennerod/Waldmühlen für Kaffee und Kuchen. Am Abend war dann die Zeit von „2INJOY“ gekommen. Der Gitarrist Michael Diehl und die Sängerin Florencell Amend präsentierten eigene Songs und Rock-Jazz. Zum Abschluss sorgten am Montag die „Villa-Musikanten“ aus Neustadt (Helmut Becher & Team) für volkstümliche Klänge. Am Stand von Dietmar Otte konnte man etwas gegen den Hunger tun und der Büchertisch der Schreibwerkstatt SCHRIFT:gut versorgte mit geistiger Nahrung.