Anderen Menschen in akuter Not helfen

Unter dem Begriff Ehrenamt wird in der Regel eine „Freiwilligentätigkeit“ verstanden, bei dem eine Einzelperson oder eine Gruppe freiwillig und unentgeltlich Arbeit leistet. Diese ehrenamtliche Tätigkeit gibt es auch bei der „Freiwilligen Feuerwehr". Hier engagieren sich Menschen ehrenamtlich, um anderen Menschen

in akuter Not zu helfen.

In der Freiwilligen Feuerwehr mitmachen bedeutet, seine Freizeit in den Dienst einer guten Sache zu stellen. Die ehrenamtlichen Floriansjüger genießen deshalb zu recht ein hohes Ansehen in der Bevölkerung. Oftmals sieht der Bürger nur die geselligen Aktivitäten der Wehrleute, aber eine Feuerwehr – die Hauptberufliche, wie auch die Freiwillige Feuerwehr - hat ein breites Einsatzspektrum abzudecken: Von Brandbekämpfung über technische Hilfeleistungen, Gefahrgutunfälle, Retten von Personen aus Höhen und Tiefen, und vieles andere mehr.Das breitgefächerte Spektrum an Einsätzen erfordert von den Wehrleuten ein hohes Maß an Kenntnis aller möglichen Gefahren. Zudem müssen sie viele Spezialgeräte beherrschen. In den Anfangszeiten des Feuerwehrwesens kamen die Helfer mit Eimern, Leitern und Äxten angerannt um Menschen und Tieren zu helfen, sowie Hab und Gut zu schützen. Die „Feuerwehrtechnik“ hat bis heute eine gigantische Entwicklung mitgemacht. Von den Feuerwehrfahrzeugen ganz abgesehen, stehen den Feuerwehren in Deutschland und in der ganzen Welt die verschiedensten technischen Hilfsmittel zur Verfügung. Die Verbandsgemeinde Rennerod hat 21 Freiwillige Feuerwehren die bestens zusammen arbeiten. Die Oberaufsicht über die Wehren der Verbandsgemeinsde hat Wehrleiter Heinz-Werner Schütz, sein Stellvertreter ist Klaus Wehr. Eine dieser Wehren ist die in Rennerod Stadt.

Die Freiwillige Feuerwehr am Standort Rennerod wurde im Jahr 1909 gegründet.. Mehrere Feuersbrünste führten dazu, dass die Freiwillige Feuerwehr Rennerod gegründet wurde. Zur Gründungsversammlung hatten sich 48 Personen in der damaligen Gaststätte „Zur Post“ eingefunden. Davon wurden 36 als aktive Mitglieder in der Wehr aufgenommen. Auf dieser ersten Versammlung wurde Karl Kühn zum ersten Kommandanten gewählt. In den folgenden Jahren schaffte die Gemeinde Rennerod zusammen mit der Brandkasse die erforderlichen Ausrüstungsgegenstände an. Die einzige Wasserentnahmestelle war zur damaligen Zeit der Holzbach. Später wurde ein Brandweiher nahe der katholischen Kirche, östlich der Weiherstraße angelegt. Die Einsatzabteilung der FF Rennerod verfügt heute über einen modernen Fahrzeug- und Gerätepark. Mit 64 aktiven Kameradinnen und Kameraden ist die personelle Stärke die eine Stützpunktwehr benötigt somit vorhanden.  Davon stehen 5 Frauen „ihren Mann“.

In der allgemeinen Ausbildung können Kenntnisse nur bis zu einem gewissen Umfang vermittelt werden. Aus dem Grund wurden Facheinheiten gebildet, in denen die Ausbildung vertieft und intensiviert wird.Die Facheinheiten treffen sich zwischen 6 und 10 mal im Jahr, um spezielle Ausbildungsinhalte zu vermitteln. In Rennerod sind das: Retten aus Höhen und Tiefen, Fahrzeugführer / Gerätekunde, Personen-Dekontamination, Gefahrstoffmessung im Feuerwehreinsatz, sowie  Atemschutzgeräteträger Zusätzliche Facheinheiten können jederzeit gebildet werden. Auch ist eine Thematische Umorientierung aufgrund von geänderten Randbedingungen möglich. Das Ausbildungskonzept wird abgerundet durch mehrer Übungen unter einsatzmäßigen Bedingungen. Hierbei werden dann zum Beispiel  einsatztaktische Maßnahmen bei neuen Firmengebäuden, Wohngebieten oder das Zusammenspiel mit andern Organisationen sowie der Einsatz von neuem Feuerwehrgerätschaften erprobt.

Die Wehrführung bestehend aus Wehrführer und seinem Stellvertreter, wird durch 6 Gruppenführer unterstützt. Der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Rennerod steht unter der Leitung von Adrian Stickel. In der Wehr in Rennerod Stadt hat Oliver Güth als Wehrführer das „Sagen“.  Als Stellvertreter fungiert Rene Luxenburger. Einer der Gruppenführer ist Brandmeister Rolf Kass, der bei genauer Betrachtung nahezu seine gesamte Freizeit in die Arbeit der Brandwehr Rennerod investiert. Kass ist Anfang 50 und seit 1989 dabei. Gewisse  Grundkenntnisse brachte er bereits von der Marine mit. „Das erleichtete den Einstieg bei der Freiwilligen Feuerwehr“, erzählt er lächelnd und man sieht ihm an, wie sehr er hinter der Feuerwehr steht. Er machte alle Lehrgänge mit, die angeboten wurden: Gruppenfüher, Gerätewart, Funkerlehrgang, Führungskräfte, Katastrophenschutz, Gefahrstoff, Technische Hilfe, Zugführerlehrgang und andere mehr – alles nebenbei für das Ehrenamt als Feuerwehrmann und neben seinem Beruf. Seit 2006 ist er Kreisausbilder und zusätzlich gemeinsam mit Joachim Müller für die „Fahrerlaubnis“ im Feuerwehrdienst im Bereich Ausbildung und Prüfung zuständig.

„In Rennerod gibt es circa 70 Einsätze im Jahr, mal mehr, mal weniger. Vom Wohnhaus- oder Fahrzeugbrand, über brennende Heuballen, Sturmeinsätze  bis hin zu Verkehrsunfällen, Fehlalarm oder vollgelaufene Keller und mehr“,erklärt Kass und ergänzt auf meine Frage hin: „Die >oft erwähnte Katze vom Baum retten < war bislang nicht dabei. Die kommen immer runter“ grinst er. Auch bei Einsätzen des DRK (Deutsches Rotes Kreuz) ist die Feuerwehr gelegentlich dabei. Beispielsweise, wenn ein Patient mit seinem Bett – das nicht durch das Treppenhaus passt - transportiert werden muss. Bei Brandmeister Kass im Einsatzleitwagen (ELW), kurz „elf“ gerufen, laufen die Fäden bei Einsätzen und Übungen zusammen. Ein wichtiges Bindeglied zwischen Einsatzleitung und Wehrleitung. Rolf Kass steht an dieser Stelle als Beispiel für alle die Wehrleute, die sich zum Wohl der Allgemeinheit einbringen.

Die Einsätze sind vielfältig und die Vielseitigkeit unserer Floriansjünger enorm. Das kommt allerdings nicht von ungefair. Sehr viele Übungsstunden werden dafür investiert und neben allen Kenntnissen, gehört auch die körperliche Fitness dazu. Denn nur wer selbst fit ist kann anderen in extremen Situationen helfen. Psychische Belastungen können hinzu kommen, wenn ein Mensch nicht mehr lebend gerettet werden kann. Hier gibt es dann Hilfe bei Seelsorgern. Alles das kann zum Leben eines ehrenamtlichen Feuerwehrmann (Feuerwehrfrau) gehören und wir können froh und stolz sein, dass es diese Leute gibt. Hier wird Kameradschaft groß geschrieben. Was zählt ist das Team. Im Einsatz müssen alle Hand in Hand arbeiten und sich aufeinander verlassen können.  Das schweißt zusammen und lässt häufig neue Freundschaften entstehen. Und zum Glück gibt es auch mal die eine oder andere Feier.  Text und Fotos: Elke Hufnagl