Maßnahmen kosteten rund 314.000 Euro

Die Verbandsgemeindewerke Rennerod haben bereits seit einigen Jahren einen Maßnahmenplan, um die Trinkwasserversorgung und die entsprechenden Anlagen (Brunnen, Hochbehälter, Leitungsnetze u.ä.) im Versorgungsgebiet der Verbandsgemeinde auf einem modernen und sicheren Zustand zu halten. Dabei

wurden in den zurückliegenden Jahren die Hochbehälter (Hellenhahn-Schellenberg, Homberg-Rehe, Stein-Neukirch) saniert bzw. erweitert oder neu errichtet. Im vergangenen Jahr 2016 wurden die Wasserversorgungsanlagen in Liebenscheid saniert.
Die Wasserversorgung in Liebenscheid ist in zwei Druckzonen aufgeteilt. Das Neubaugebiet „Junkerstück“ sowie Teile des Birkenwegs werden als Hochdruckzone über eine Verbundleitung direkt vom Hochbehälter Willingen aus versorgt. Die Versorgung des restlichen Teils des Orts erfolgt vom Hochbehälter Liebenscheid aus. Dieser wiederum wird über die genannte Verbundleitung vom Hochbehälter Willingen und der Quelle „Attich“ befüllt. Die Quelle „Attich“ soll weiterhin in Betrieb bleiben, da aufgrund der Gefällelage von hier aus das Wasser ohne Strombezug (sogenannte Freispiegelleitung) direkt in den Hochbehälter laufen kann. Darüber hinaus wird durch den nicht vorhandenen Energiebedarf auch bei Stromausfall die Versorgungssicherheit der Bevölkerung deutlich verbessert. Aufgrund des Alters der Bauwerke waren die Wand-  und Deckenabdichtungen verschlissen. Die nunmehr durchgeführten Sanierungsarbeiten wurden in drei Teilbereiche aufgeteilt.


Als erstes stand die Erneuerung des Quellsammelschachtes „Auf dem Attich“ an. Dieser wurde abgerissen, da hier aus Gründen des baulichen Zustands eine Instandsetzung nicht mehr sinnvoll war. Anstelle des alten Bauwerks wurde ein Kunststoff-Fertigteil verwendet und eingebaut. Die Baustelle wurde nur von der Talseite angefahren, um eine Beschädigung der alten Quellfassung nach Möglichkeit zu vermeiden. Es folgte die Erneuerung der technischen Ausrüstung des Hochbehälters sowie die Verbesserung des baulichen Zustandes desselben. Der Hochbehälter ist in den vergangenen Jahren immer wieder punktuell in der technischen Ausstattung modernisiert bzw. angepasst worden. Der Leitungsmix der vergangenen Jahrzehnte einschließlich undichter Durchdringungen in die Wasserkammer wurden erneuert und gleichzeitig wird eine Erhöhung der Versorgungssicherheit durch eine direkte Einspeisung vom Hochbehälter Willingen in die Tiefdruckzone sichergestellt. Zudem wurden die Wasserkammern saniert.  
Der Hochbehälter wurde seinerzeit in Betonbauweise errichtet und mit einem Zementputz versehen und gestrichen. Im Gegensatz zu den heute üblichen Bauausführungen war die Wasserkammer nicht ausreichend von der Schieberkammer getrennt. Die Wasserkammer wurde deshalb komplett neu beschichtet. Hierzu wurden alle Flächen (einschließlich Decke) abgestrahlt und mit einer rein mineralischen Beschichtung versehen. Diese beiden Maßnahmen kosteten rund. 314.000 Euro und beinhalteten folgende Arbeiten: Abriss und Neubau Quellsammelschacht „Attich“ ; die mineralische Sanierung der beiden Wasserkammern mit je rund 100 m³ Fassungsvermögen; Austausch der Installation und Modernisierung der Wasseraufbereitung, sowie die Freilegung der Außenhülle und deren Abdichtung mit anschließender Andeckung von Erdreich und die Erneuerung der Fassade. Während der Bauzeit erfolgte eine Notversorgung über den HB Willingen.
Im laufenden Jahr 2017 steht als nächste Maßnahme nun die Sanierung des Hochbehälters Neunkirchen auf der Tagesordnung. In 2018 ist dann die Sanierung des Hochbehälters Hüblingen geplant. Darüber hinaus wird natürlich ständig in die Aufrechterhaltung der guten Trinkwasserversorgung investiert. Gemeinsam mit dem technischen Werkleiter der Verbandsgemeindewerke Rennerod, Stephan Reeh und dem Kaufmännischen Werkleiter Dirk Trumm, informierte sich Gerrit Müller, Bürgermeister der Verbandsgemeinde, über die durchgeführten Arbeiten im und am Hochbehälter Liebenscheid.  Text und Foto: Elke Hufnagl