Feierliche Eröffnung auf der Gemeindewiese

Mit einem gut besuchten Gottesdienst hat die Evangelische Kirchengemeinde Nordhofen ihren neuen Außenaltar vorgestellt. Mehr als 100 Besucherinnen und Besucher versammelten sich bei tollem Wetter auf der Gemeindewiese, auf der der Altar aus Muschelkalk seine Heimat gefunden hat.

Ein schönes Ambiente, auf das Pfarrer Michael Rother schon während der Eingangsliturgie Bezug nahm: Das Jesuswort von der Sorglosigkeit beim Betrachten der Vögel unter dem Himmel und der Lilien auf dem Feld markierte den ruhigen, meditativen Beginn. In der Predigt sprach Rother dann über das Pfingstwunder und schlug eine Brücke von Jerusalem über Erfurt in den Westerwald: „Petrus und seine Leute haben die Nähe Gottes als etwas erfahren, das ins Freie führt.

Martin Luther hat in seiner Mönchszelle beim Lesen der Bibel diese Nähe Gottes auch entdeckt, und sie hat ihn selbstbewusst eintreten lassen für den Beginn der Reformation.“ 500 Jahre später, sagt Rother weiter, verlassen Westerwälder ihre Häuser und dürfen unter freiem Himmel die Anwesenheit Gottes feiern. „Der Altar auf der Wiese führt auch uns ins Freie, das Selbstbewusstsein und in die Gemeinschaft. Es gilt, die Häuser und damit die äußerlichen Sicherheiten zu verlassen und sich in einem Vertrauen auf die Nähe Gottes auf den Lebensweg zu machen.“

Der Altar, findet Rother, ist ein Zeichen für einen sich nahenden Gott. „Wenn wir einen Altar in den Dreck stellen, dann bezeugen wir damit die wunderbare Nähe Gottes überall.“ Ein Allmächtiger, der auch in Zeiten des Terrors da ist, sagt Rother und bezieht sich auf die jüngsten Anschläge in England: „Der eine Gott ist es, welcher in die Freiheit und die Gemeinschaft führt. Es ist der Gott Abrahams, welcher der Herr der Juden, Christen und Moslems ist. Wir dürfen uns nicht verunsichern lassen, sondern müssen die gesamte Menschheit als die einen Kinder des Höchsten ansehen und das Vertrauen auf ihn gemeinsam gestalten.“
Am Ende seiner Predigt rief Rother die Zuhörer auf, den neuen Altar zu nutzen – entweder alleine oder miteinander. Und er ermutigte sie, etwas auf in zu legen: eine Sorge, eine Kastanie, etwas von der Ernte, Bitte und Dank.

Neben dem Pfarrer gestalteten die Prädikantinnen Kriemhild Hellmann und Else Moser die Liturgie. Als Freilandküster war Karl-Heinz Altwasser im Einsatz, und das Westerwälder Bläserensemble hat den Gottesdienst musikalisch begleitet.
Im Anschluss lud die Kirchengemeinde alle Besucher zu Kaffee und selbstgebackenem Kuchen ein und ließ den Tag mit guten Gesprächen ausklingen.