Karl-Heinz-WeyelWILLMENROD. Über eine ganz außergewöhnliche Blütenpracht freute sich kürzlich Hobbygärtner Karl-Heinz Weyel aus Willmenrod. Sein Echinopsis, auch Bauernkaktus genannt, trug mehr als 40 Blüten. Nur schade, dass der ganze Zauber bereits nach einem Tag wieder verblüht war.

Den ganzen Sommer über ist Hobbygärtner Karl-Heinz Weyel voll in seinem Element. Schon früh am Morgen geht der Rentner in seinen Garten, um Obst und Gemüse zu ernten, welches er eigenhändig verarbeitet. In Kochbüchern und im Internet sucht er immer wieder nach neuen Rezepten. Experimentierfreudig ist der 69-Jährige allemal. Seine Leidenschaft gilt dem Wein. Im vergangenen Jahr setzte er erstmals Äpfel mit Zimt an. Neben Stachelbeeren, Johannis- und Himbeeren verwendet er auch die Weintrauben, die üppig an seinem Haus wachsen. Freunde und Bekannte, die mit flüssigen Geschenken bedacht werden, wundern sich, was ihrem Karl-Heinz so alles einfällt. Denn auch Flaschen mit Gemüse- und Möhrenwein sind im Keller des zweifachen Vaters zu finden. Den wohlverdienten Feierabend genießt der rüstige Renter dann gemeinsam mit seiner Ehefrau Gabriele - natürlich bei einem leckeren Gläschen Wein.

Kürzlich war für den emsigen Hobbygärtner ein ganz besonderer Tag. Seine beiden Bauernkakteen standen mit insgesamt rund 80 Blüten für etwa 24 Stunden in voller Pracht. Die Blüten öffnen sich im Allgemeinen am Nachmittag und blühen in der Nacht. "Aus diesem Grund werden sie oft mit der "Königin der Nacht" verwechselt", klärt Weyel auf. Seinen ersten Bauernkaktus bekam er vor zwei Jahrzehnten als Ableger von einer Arbeitskollegin geschenkt. Dieser hat sich im Laufe der Zeit so bewachsen, dass man ihn teilen musste. Nachdem die beiden Kakteen Anfang Juli mit jeweils einem Dutzend Blüten bereits für Aufsehen gesorgt hatten, war jetzt die Freude groß. Ein Kaktus schmückte sich mit mehr als 40 herrlichen Blüten. Söhne, Freunde und Nachbarn wurden benachrichtigt, die sich das besondere Schauspiel gerne einmal ansahen. "Am schönsten sind die Blüten um Mitternacht", erzählt Karl-Heinz Weyel. Am Morgen liegen die verwelkten Blütenblätter schon auf dem Boden und der ganze Zauber ist vorbei. Aufgrund ihrer Blühwilligkeit und der leichten Pflege ist die Echinopsis eyriesli (aus dem Griechischen: "Igel" und "Aussehen") zu einem Volkskaktus geworden.

Nicht zuletzt aus diesem Grund wurde sie von der Kakteen-Gesellschaft in Deutschland, Österreich und der Schweiz zum Kaktus des Jahres 2010 gewählt. "So wie es aussieht, wird er in diesem Jahr noch einmal blühen", berichtet der Hobbygärtner stolz, der bereits neue Triebe entdeckt hat. Ob die Blütenpracht dann wieder so zahlreich ausfällt, das bleibt abzuwarten. (upr.)

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