30 Lehrlinge des Ausbildungszentrums Limburg sammeln Praxis

Zwei Wochen lang sammeln 30 Lehrlinge des Ausbildungszentrums der Bauhandwerks-Innung der Kreishandwerkerschaft Limburg-Weilburg beim Straßenbau-und Tiefbau Unternehmen Koch in Westerburg Berufspraxis im Asphaltbau. Die erste Woche verbringen die Lehrlinge auf dem Betriebsgelände der

Asphaltmischanlage. Danach geht es zu einer anderen Baustelle, dem Wäller-Park. Dort, auf dem ehemaligen Kasernengelände, werden sie - teilweise auch in Eigenregie - einen Straßenoberbau einschließlich der Asphaltschichten komplett herstellen.

Wie von Bauleiter Ralf Groß von der Firma Koch zu erfahren war, findet die „bewegte Lehre“ des AZ Limburg während der dreijährigen Ausbildungszeit mehrmals zu verschiedenen Themen statt. Praxisnah und baustellenorientiert werden die theoretischen Kenntnisse in die Praxis umgesetzt. Es gibt reichlich Gelegenheit, den „alten Hasen“ auf die Finger zu schauen, und das Erlernte sofort anzuwenden.


                    Werbung für Nachwuchs
Die Idee für dieses beispielhafte Projekt hatte Mathias Landau (50), Ausbilder beim Ausbildungszentrum in Limburg. Er ist selbst vor Ort, beaufsichtigt seine Lehrlinge, die sich derzeit im zweiten Lehrjahr befinden. Aus organisatorischen Gründen wurde die Klasse in zwei Gruppen aufgeteilt. Während die Hälfte der Klasse am Projekt Bewegte Lehre teilnimmt, arbeitet die andere in ihrem jeweiligen Ausbildungsbetrieb.

„Vor sieben Jahren fiel der Startschuss“, berichtet Landau. Seit dieser Zeit haben die Lehrlinge in der Region auch die Möglichkeit, die Berufsschule in Limburg zu besuchen. Früher mussten sie weitere Fahrten bis nach Koblenz oder auch Frankfurt auf sich nehmen.

„In diesem relativ harten Beruf, wo man kein Dach über dem Kopf hat, fehlt es leider an Nachwuchs“, ist von Ausbilder Mathias Landau zu erfahren. Doch gute und intakte Straßen seien sowohl für die Nutzer als auch die Automobilindustrie von großer Bedeutung.

So ist es für ihn überaus wichtig, dass ‚seine jungen Männer‘ von dieser Ausbildungszeit möglichst viel mitnehmen können. Er selbst ist Straßenbaumeister und Industriemeister und hat langjährige Berufserfahrung. Lobend äußert er sich auch über die enge Zusammenarbeit zwischen der Berufsschule, den ausbildenden Firmen und dem Ausbildungszentrum in Limburg, wo die Lehrer Theorie und Praxisangebote aufeinander abstimmen.

                       Interesse fürs Handwerk
Mit seinen 30 Jahren ist Patrick Kühne aus Limburg der Älteste in der Gruppe. Seit seinem Schulabschluss hat er als Bauhelfer gearbeitet und so schon reichlich Berufserfahrung gesammelt. Während eines Gesprächs beim Arbeitsamt fasste er den Entschluss, doch noch eine Lehre zu absolvieren und so eine bessere Zukunftsperspektive zu haben. Seine Lehrzeit konnte er auf zwei Jahre verkürzen - das Arbeitsamt  unterstützt ihn finanziell. Als Bauleiter oder Polier möchte er künftig Verantwortung übernehmen.

Nach der Hauptschule im Alter von 15 Jahren begann Falk Henrich aus Hadamar seine Lehre. Sein Talent und sein technisches Interesse für Maschinen waren für den heute 16-Jährigen mit ein Grund, diesen Berufszweig zu wählen. Mit Fachabi in der Tasche begannen Gökhan Yildirim (24) aus Weilburg und Steffen Buss (23) aus Seck ihr Studium für Bauwesen.

Im Laufe der Monate wurde ihnen klar, dass sie einen anderen Weg einschlagen wollten. Sie brachen ihr Studium ab und begannen eine Lehre im Straßenbau. Die abwechslungsreiche Arbeit an der Baustelle macht ihnen Spaß. „Mein Bruder hat in der gleichen Firma gelernt, mein Vater ist Tiefbautechniker“, erzählt Buss weiter.

                       Lehrzeit verkürzen
Da er bereits eine Lehre im Metallbau erfolgreich abgeschlossen hat, konnte er das erste Lehrjahr überspringen. Im Januar möchte er mit dem Meisterbrief beginnen.

Die vier jungen Männer freuten sich ebenso wie der Rest der Gruppe, dass ihnen die „Bewegte Lehre“ die Möglichkeit bietet, andere Unternehmen in der Region kennenzulernen und mit den berufserfahrenen Kollegen ins Gespräch zu kommen.

Beim Rundgang über das Firmengelände der Firma Koch in Westerburg erfuhren sie viel Wissenswertes über die neue Asphaltmischanlage und die Recyclingaufbereitung.

Hier durften sie nicht nur den heißen Asphalt manuell einbauen, sondern es kamen auch moderne Aphaltfertiger mit Nivellierautomatik und Straßenwalzen mit elektronischer Verdichtungskontrolle zum Einsatz. Alle Geräte durften von den Azubis unter Anleitung auch selbst bedient werden.

Die Firma Koch in Westerburg bildet derzeit 13 Lehrlinge zum Straßenbauer aus. Auch für das nächste Jahr werden wieder mindestens drei Auszubildende gesucht.      (Text und Foto: Ulrike Preis)