Von der Dampflok bis hin zu alten Trachten

Den Internationalen Museumstag nahmen einige Westerwälder Familien zum Anlass, einmal auf Zeitreise zu gehen und sich das ein oder andere Museum in der Region anzuschauen. In Westerburg öffneten an diesem Tag neben dem Heimat- und Trachtenmuseum, dem Bibel-Museum und dem Heimat-Backes- und

Ofenbauermuseum im Stadtteil Gershasen auch der Erlebnisbahnhof Westerburg und das Eisenbahn Plakat-Museum im alten Bahnhofsgebäude sowie der Traditionsraum des ehemaligen Panzer-Bataillons 154 Westerburg bei freiem Eintritt ihre Türen. Aber auch die Geschichtswerkstatt Westerburg lud ein zum „Tag der offenen Tür“ ins Burgmannenhaus.


Christine Klein, Vorsitzende des Museumsvereins „anno dazumal“ freute sich über die zahlreichen Besucher. Darunter Erika und Heinz Schmidt aus Gemünden, sich zum ersten Mal die Zeit genommen hatten, das Heimat- und Trachtenmuseum, das sich in den oberen Räumen des alten Rathauses befindet, zu besuchen

                                    Gute Gespräche
Wie Pfarrerin Sabine Jungbluth berichtete, waren auch im Bibelmuseum durchweg Besucher da. Über einen informativen Rundgang freuten sich Tanja und Christoph Kosche aus Rotenhain, die zusammen mit ihren Kindern Pia und Kai gekommen waren. Aufmerksam lauschten sie den Erklärungen der Pfarrerin. Beim Schnuppern von Duftölen und dem Mahlen von Getreide mit zwei Steinen wurde Geschichte mit allen Sinnen erlebt.

 

 

Im Traditionsraum des ehemaligen Panzer-Bataillons 154 Westerburg kamen ehemalige Soldaten und deren Angehörige ins Gespräch. Alte Bilder und Ausstellungstücke ließen Erinnerungen wach werden.

Über tolle Gespräche freuten sich auch Bärbel Rudolph und Rosemarie Jung aus Gershasen. Sie hatten die Türen des Alten Backes geöffnet, in dem sich das Heimat-Backes- und Ofenbauermuseum befindet. „Und alle hatten Zeit im Gepäck“, erzählt Bärbel Rudolph weiter. Die Besucher zeigten sich begeistert von der Gastfreundschaft und genossen in der gemütliche Dorfstubedie liebevolle Verköstigung. Hier gab es Brot mit Pflaumenmus, Eierkäs, Leberwurst mit frischem Schnittlauch, Rotweinkuchen, Kaffee und Apfelsaft. „Einige blieben recht lange und zeigten großes Interesse“. In froher Runde wurde von früher erzählt. Die vielen alten Haushaltsgegenstände lieferten dabei natürlich reichlich Gesprächsstoff. Mehr als 200 Exponate führen den Betrachter in eine längst vergessene Zeit und geben Einblick in die damals mühselige Arbeit der Hausfrauen und Landwirte. „Gerne bieten wir kleineren Gruppen von fünf bis sechs Personen Führungen an“, informiert Rudolph, die auch auf das Backesfest (Samstag, 17. Juni) und die Backeswanderung (immer am 1. Wochenende im Januar) hinwies.    

                      Fragen beantwortet
In eine ganz andere Welt führt der Erlebnisbahnhof Westerburg. Die umfangreiche Ausstellung gibt einen Einblick in die Geschichte der Eisenbahn. Bei der Vielzahl an historischen Eisenbahnfahrzeugen und Eisenbahntechnik zum Anfassen kamen wohl eher die Männer auf ihre Kosten. Gerne kamen der Vorsitzende Stephan Keßler und seine Vereinskameraden mit den Besuchern ins Gespräch.

So wie mit Erika und Klaus Sterzel aus Kölbingen. Für Sterzel (79), der auf dem Bahnhof 30 Jahre lang als Heizer und Betriebsarbeiter tätig war, wurden hier viele Erinnerungen wach.


Bei strahlendem Sonnenschein waren viele Ausflügler auf dem Fahrradweg unterwegs. So wie ein Ehepaar aus Wied, das ab Kölbingen mit dem Rad nach Westerburg gekommen war. Begleitet wurden die Beiden von einem Gast aus Kanada. Die beiden Männer genossen sichtlich den Rundgang über das Gelände der „Westerwälder Eisenbahnfreunde 44 508“. Ihre Fragen beantwortete die Vereinsmitglieder gerne. Die nächste Veranstaltung dort ist das traditionelle Lokschuppenfest am Sonntag, den 25. Juni. Dann gibt es ab 10 Uhr wieder ein buntes Programm für die ganze Familie.

In direkter Nachbarschaft und zwar im alten Bahnhofsgebäude ist Deutschlands erstes Eisenbahn-Plakatmuseum beheimatet. Wilfried Rink befasst sich seit vielen Jahren mit Werbeplakaten der Bahn. Der fleißige Sammler erfüllte sich mit diesem Museum einen lang gehegten Traum und weiß entsprechend viel zu erzählen. Seine umfangreiche Sammlung umfasst mehr als 200, teils farbenfrohe, Plakate. Sie stammen von deutschen und auch internationalen Eisenbahnen aus den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts bis in die Gegenwart.