Belastende Erinnerungen durch Gebete und Gespräche verarbeiten

Seit 15 Jahren findet am Buß- und Bettag der ökumenische „Helfergottesdienst“ der Verbandsgemeinde Westerburg statt. Auch diesmal kamen viele Mitglieder von DRK, DLRG, Feuerwehr, THW und Polizei in die Schlosskirche von Westerburg, um gemeinsam im Gebet Kraft für Ehrenamt und Arbeit zu schöpfen

und um Gottes Segen zu bitten. Zu den Gottesdienstbesuchern zählte auch der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Westerburg, Gerhard Loos.

 
                        Hilfe für alle
In seiner Ansprache befasste sich Giesbert Wiethoff, DRK-Katastrophenschutzbeauftragter mit dem Leitspruch der Feuerwehren: „Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr“. Das Motto führe Gottes Schutz und Segen und das menschliche Handeln zusammen, erläuterte Wiethoff. Gott wirke durch die Menschen, so der langjährige DRK-Helfer. „Seid Ihr, die helfenden Hände, Euch dessen bewusst?“, fragte er in die Runde. Vielleicht sei es zu Beginn kindliche Begeisterung gewesen, die Sehnsucht nach Kameradschaft oder aber der Reiz des Risikos, die Begegnung mit der Gefahr, was den einzelnen Helfer dazu veranlasste, sich als Einsatzkraft zu engagieren, gab Wiethoff zu bedenken. Nun gab er den Anwesenden noch eine Überlegung mit auf den Weg: „Helfen und nicht fragen nach Religion, nach Rasse und Hautfarbe, nach politischer Gesinnung – dieses neutrale, unparteiliche Helfen ist nicht nur Gründungssatz des Roten Kreuzes aus dem Jahre 1864, sondern die Voraussetzung für jedes humanitäre Handeln“. Hintergründig durchdacht heiße das, den Nächsten lieben wie sich selbst.

                      Es ist schön, helfen zu können
„Regelmäßig und mit großem Einsatz bringen Sie sich ein zum Wohl unserer Gesellschaft. Sie helfen, Leid zu lindern. Machen unsere Welt durch Ihr Tun besser, lebenswerter. In der Gemeinschaft der Kameraden und Kollegen erfahren Sie: ‚Es ist schön, helfen zu können‘“, fasste  Pfarrerin Anja Steinke in der Predigt zusammen. Es sei gut, wenn man anderen Menschen in ihrem Unglück helfen, sie trösten, retten und begleiten könne. Die Anwesenden hätten im vergangenen Jahr sicher viel erlebt und mit angesehen. Dabei konnten sie vielfach helfen, manchmal aber auch nur mit aushalten. In den letzten Jahren habe sich eine ganz neue Dimension von Gewalt, Terror und Skrupellosigkeit entwickelt, die es vor einiger Zeit so noch nicht gab, gab die Pfarrerin zu bedenken. Es sei keine Schaumschlägerei oder Realitätsferne, eine andere, eine heilere Welt zu erhoffen.

                                   Weiterhin Kraft und Freude
Sie wünschte allen Anwesenden, dass sie weiterhin die Kraft und die Freude hätten, mit ihren Talenten und ihrem guten Willen ihren Dienst in der Gemeinschaft auszuüben. Dass sie nicht den Mut verlieren oder verzweifeln, wenn erschreckende Nachrichten auf sie stürzen. Dass sie nicht den Blick dafür verlieren, die Spuren von Gottes Reich in unserer Gegenwart zu erkennen und durch ihr Engagement weiter sichtbar zu machen.
Die Fürbitten lasen nun Mitglieder der Hilfsorganisationen.

Abschließend erteilten Pfarrerin Anja Steinke und Pastoralreferentin Dorothee Bausch allen Anwesenden den Segen. Ihr Dank galt Eva Maria Mombrei, die den Gottesdienst an der Orgel begleitete, Küster Thomas Heinz für seine Arbeit sowie Giesbert Wiethoff, in dessen Händen wieder die Organisation lag. Die Kollekte soll sozialen Zwecken in den beiden Kirchengemeinden zugute kommen.