Monatliche Treffen im Burgmannenhaus bei Kaffee und Kuchen

Die Mitglieder der Nachbarschaftshilfe Westerburg, die „Westerburger Heinzelmännchen“ möchten für andere da sein und im Westerburger Land ein Miteinander schaffen. Seit der offiziellen Gründung vor fünf Jahren hat sich viel getan. Im vergangenen Jahr konnten 745 Einsätze registriert werden:

davon 521 in der Stadt Westerburg und 224 in der Verbandsgemeinde. Derzeit gibt es 14 Helferinnen und Helfer. Sie unterstützen die Senioren aus der Region auf vielfältige Weise. Zu den Hilfeleistungen gehören beispielsweise Fahrten zum Arzt, kleinere Reparaturen in und ums Haus.
                Helfertreffen und Seniorenkaffee    
Dieser Tage fand wieder das monatliche Treffen im Burgmannenhaus statt. Im Mittelpunkt dieser „Kaffee- und Kuchen-Nachmittage“ steht das persönliche Gespräch. Neben den Aktiven kommen auch zahlreiche Senioren, die sich über das gesellige Beisammensein in gemütlicher Runde freuen. „Viele von ihnen sind alleinstehend“, weiß Hans-Jochim Baumgart, der im September 2015 die Initiative für dieses Treffen gab. „Irgendwann wurde es in meinem Wohnzimmer einfach zu eng“, erinnert er sich an den Umzug ins Burgmannenhaus. Am schon weihnachtlich geschmückten Tisch sitzen rund 15 Bürgerinnen und Bürger aus Westerburg und den umliegenden Gemeinden. Sie alle freuen sich, dass ihnen die Erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde Westerburg, Dr. Ulrike Fuchs, und die Stadtbeigeordnete Gabi Frenz-Ferger einen Besuch abstatten. Die beiden kommen in Vertretung von VG-Bürgermeister Gerhard Loos und Stadtbürgermeister Ralf Seekatz und gratulieren auch in deren Namen herzlich zum fünfjährigen Bestehen der „Westerburger Heinzelmännchen“.
„Sie verschenken Zeit an Menschen, die ihre Hilfe brauchen“, lobt Dr. Ulrike Fuchs das Engagement der Helfer.

Hans-Joachim Baumgart (hinten Mitte) rief bei der Nachbarschaftshilfe Westerburg den „Seniorenkaffee“ im Burgmannenhaus ins Leben. Die Beigeordneten Dr. Ulrike Fuchs und Gabi Frenz-Ferger gratulierten für Verbandsgemeinde und Stadt Westerburg.

In ihrer Ansprache erinnert sie an die Kölner Heinzelmännchen, die den Bürgern so manche Arbeit abnahmen. Abschließend wünscht sie allen Helfern weiterhin viel Freude und Bestätigung. „Ich bin eine alte Frau, der geholfen wird. Gut, dass es die Nachbarschaftshilfe hier gibt!“, meldet sich nun eine Seniorin zu Wort, die sich den Dankesworten anschloss. Auch die anderen Anwesenden bestätigen dies mit Kopfnicken und weiterer Anerkennung.
                              Zeit für Klatsch und Tratsch
Eingeladen sind bei den monatlichen Bürgertreffen alle, die aktiv mitmachen, irgendwann mal aktiv mitmachen möchten oder einfach Interesse an einem gemütlichen Zusammensein haben. Auch im nächsten Jahr soll bei diesen „Bürger-Treffen“ genügend Zeit für Klatsch und Tratsch sein. Gemeinsam einen Film anschauen, ein Gedicht oder eine Geschichte vorlesen, ein Gesellschaftsspiel spielen – dies alles ist hier möglich.

Bürger, die nicht mehr so mobil sind, aber gern an diesen Treffen teilnehmen möchten, werden von den Helfern der Nachbarschaftshilfe abgeholt und auch wieder nach Hause gefahren. Nach der „Winterpause“ findet das nächste Treffen am 27. Februar 2018 im Burgmannenhaus Westerburg statt.
„Ein großes Problem ist, dass viele Menschen eine Scheu haben, Kontakt mit der Nachbarschaftshilfe aufzunehmen“, berichtet Baumgart. Dabei schenken er und auch die übrigen Helfer gerne Zeit für andere. Sie freuen sich, wenn auf diese Weise ältere oder kranke Bürger wieder am Leben teilhaben können. Die Treffen finden immer am letzten Dienstag im Monat von 14 bis 17 Uhr im Monat statt – außer im Dezember und im Januar. Die Räumlichkeiten hierfür stellt der Schirmherr der Nachbarschaftshilfe, Stadtbürgermeister Ralf Seekatz, zur Verfügung. Zum fünfjährigen Bestehen spendierte er jetzt Kaffee und Kuchen. Dank gilt auch der Verbandsgemeinde Westerburg, die die Räumlichkeiten für die wöchentlichen Sprechstunden zur Verfügung stellt.


                        Kooperation mit EVIM, Pflegestützpunkt, Stadt und VG
Alle Einsätze sind über den Träger der Nachbarschaftshilfe, EVIM Gemeinnützige Altenhilfe im Gertrud-Bucher-Haus in Westerburg, versichert. Wie im Gespräch deutlich wird, ist die Nachbarschaftshilfe in Rheinland-Pfalz etwas Besonderes. Zum einem gebe es eine enge Zusammenarbeit mit dem Pflegestützpunkt. Die Nachbarschaftshilfe ist ebenso vernetzt mit dem Netzwerk für das Alter-Hoher Westerwald. Zum anderen haben die ehrenamtlichen Helfer einen umfassenden Versicherungsschutz während ihres Einsatzes.
                Unterstützung des Kernteams
Auf die Frage von Dr. Ulrike Fuchs, welche Wünsche die „Westerburger Heinzelmännchen“ denn hätten, kam spontan die Antwort: „Wir bräuchten Verstärkung im Kernteam. Dieses besteht aus Karl Heinz Reitz und Hans Joachim Baumgart, die von Anfang an dabei sind und die die Koordination der Aufträge übernehmen. Unterstützt werden sie von Elke Lass (ebenfalls aus Westerburg) sowie Cornelia Munsch (Guckheim) und Günter Brast (Stockum-Püschen). „Es wäre schön, wenn uns dienstagsnachmittags im Büro der Verbandsgemeinde Westerburg noch jemand unterstützt“, hoffen sie auf weitere Gleichgesinnte. Im Jahr 2016 hatten sich insgesamt 36 Personen gemeldet, die Hilfe in Anspruch nahmen. 24 von ihnen wohnen in Westerburg, die anderen zwölf in den umliegenden Gemeinden.

„Das Schöne ist, dass man versichert ist“, gibt Dorothea Römer zu bedenken. Sie fährt die Senioren zu ihren Arztterminen und begleitet sie auch auf Wunsch ins Arztzimmer. „Manchmal ist das ein ganz schöner Zeitaufwand“, berichtet sie von den Wartezeiten, in denen sie auch schon mal eigene Besorgungen erledigt. Für die gefahrenen Kilometer bekommen die Helfer eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 40 Cent pro Kilometer. Aber auch Kinder profitieren von der Nachbarschaftshilfe. So bietet Jutta Bröll aus Westerburg Hausaufgabenbetreuung an.
                                Bürozeiten der Heinzelmännchen
Interessierte Bürger bittet das Kernteam in der Sprechstunde, im Büro der Verbandsgemeinde Westerburg, am Dienstag von 14 bis 16 Uhr anzurufen: 02663/291323. Das Büro organisiert ebenso das Absprechen von Fahrgemeinschaften zum Seniorenkaffee im Burgmannenhaus. An den Dienstagen, an denen der Bürgertreff stattfindet, ist das Büro bei der Verbandsgemeinde nicht besetzt. Wer an diesen Tagen ein Anliegen hat, für den besteht die Möglichkeit, eine Nachricht auf den Anrufbeantworter zu sprechen, wobei die Name, Wohnort und Telefonnummer auf dem Band hinterlassen werden sollten. (Text und Foto: Ulrike Preis)