Gottesanbeterin entdeckt

Eine sensationelle Entdeckung wurde während einer Exkursion des Naturschutzbund (NABU) Koblenz und Umgebung im NABU-Beweidungsgebiet auf der Schmidtenhöhe bei Koblenz gemacht: In direkter Nähe zu einem der vielen Amphibiengewässer wurde auf einer brachliegenden Rohbodenfläche eine

Gottesanbeterin (Mantis religiosa) entdeckt. Dies ist erst der zweite Nachweis dieser Fangschreckenart im nördlichen Rheinland-Pfalz.

Die wärmeliebende Gottesanbeterin gehört zu den Arten, die sich im Zuge des Klimawandels immer weiter nach Norden ausbreiten. Die bis zu 75 Millimeter langen Insekten fühlen sich besonders in sonnigen, trockenen Gras- und Buschlandschaften, Halbtrockenrasen und Ruderalflächen wohl. Gottesanbeterinnen jagen vor allem andere Insekten, selten auch kleine Wirbeltiere wie Frösche, Eidechsen oder Mäuse. Bekannt ist die Gottesanbeterin durch ihr besonderes Paarungsverhalten, bei dem es vorkommen kann, dass das etwas größere Weibchen das Männchen während oder nach dem Paarungsakt verspeist. Die Gottesanbeterin wurde 2017 zum Insekt des Jahres gekürt.

Gottesanbeterin (Foto: Dietmar Müllen)

Die Entdeckung der Gottesanbeterin auf der Schmidtenhöhe zeigt wiederholt, wie wertvoll die Weideflächen für den Erhalt und die Ausbreitung seltener Arten sind. Seit 2009 führt der NABU auf dem ehemaligen Standortübungsplatz bei Koblenz auf über 130 Hektar ein Beweidungsprojekt zur Offenhaltung der Landschaft mit Taurusrindern und Konikpferden durch. Ende September wurden insgesamt 235 Hektar des Gebietes vom Bund ins Eigentum der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe übertragen. Der NABU wird das Beweidungsprojekt zum Schutz und zur Förderung geschützter und gefährdeter Arten jetzt weiter ausweiten. Das Gebiet wird der Bevölkerung weiterhin als Naherholungsbiet zugänglich bleiben. Weitere Informationen gibt es unter www.nabu-koblenz-umgebung.de