„Hey du, komm mal her!“ 

„Hey du, komm mal her!“ – Mit solchen oder ähnlichen Provokationen gewaltbereiter Täter beginnen oft Konflikte auf dem Schulhof oder anderswo, die sich ganz schnell zu größeren, oftmals auch gewaltsamen Auseinandersetzungen „hochschaukeln“ können. Wie kann ich mich da als potentielles Opfer gekonnt

aus der Affäre ziehen, sodass ich nicht Gefahr laufe, in Schwierigkeiten zu geraten oder sogar verletzt zu werden? Wie reagiere ich am besten auf solche „kleinen“ Provokationen, aus denen doch Großes entstehen kann?

Diese und weitere Fragen beschäftigten Schülerinnen und Schüler der 7. Klassen der Heinrich-von-Gagern-Schule in Weilburg im Rahmen des sogenannten „Zivilcouragetrainings“, das nun schon seit 2010 in den weiterführenden Schulen des Landkreises Limburg-Weilburg vom Jugendbildungswerk Limburg-Weilburg angeboten und organisiert wird. Der Verein „Pro Polizei Weilburg e.V.“ hat die beiden Trainings in Weilburg mit einer großzügigen Spende gefördert.

Das Angebot „Zivilcouragetraining“ wird in enger Kooperation mit der Jugendkoordinatorin der Polizeidirektion Limburg-Weilburg, Claudia Lehnhäuser und einer Fachreferentin des Deeskalationsprogrammes „Cool sein – cool bleiben“, Daniela Hirsch-Bluhm durchgeführt. Seit dem Jahr 2010 wird das Training vom Jugendbildungswerk angeboten und bisher haben über 2000 Schülerinnen und Schüler ab der 7. Klasse daran teilgenommen.

Foto: Bach

Der Erfolg des Trainings ist ungebrochen und die Schulen sind dankbar für dieses wichtige inhaltliche Angebot, das den Schulen kostenfrei angeboten werden kann, da das Angebot seit einigen Jahren vom „Verein für Kriminalprävention Limburg-Weilburg e.V.“  finanziell unterstützt wird.

So sind im Jahr 2017 wieder 13 Schulklassen in den Genuss des Trainings gekommen und haben sich mit dem Wahrnehmen von Konfliktsituationen sowie mit der Kommunikation und dem Stress in Konfliktsituationen befasst. Sie entwickelten ein Verständnis der Dynamik von Gewaltprozessen unter Berücksichtigung verschiedener Rollen – die der Täter und die der Opfer. Sie erfuhren mehr über die Wirkung von verbalem und nonverbalem Handeln und erhielten Kenntnisse über das sogenannte „Tätermagnetfeld“, mit dem der Täter die Opfer quasi „in seinen Bann“ zieht. Hier durften die Schülerinnen und Schüler in einem meist sehr lebendigen Rollenspiel selbst ausprobieren, ob sie es schaffen, sich diesem „Tätermagnetfeld“ zu entziehen.

Und nicht zuletzt bekamen die Schülerinnen und Schüler Einblick in einen aktuellen strafrechtlich relevanten Fall aus dem Landkreis Limburg-Weilburg, in dem Jugendliche aufgrund von Gewaltanwendung auffällig geworden sind. Anhand dieses Falles erarbeiten sie die verschiedenen Motive des Täters sowie den Tathergang, die Rolle der Opfer und die strafrechtlichen Konsequenzen für die beteiligten Täter.

Die verantwortlichen Referentinnen machen immer wieder die Erfahrung, dass den Jugendlichen die strafrechtlichen Konsequenzen, die ein bestimmtes Verhalten haben kann, nicht bewusst sind.

Die Schulklassen der Heinrich-von-Gagern-Schule in Weilburg waren sehr interessiert und engagiert bei der Sache und konnten viele Tipps und Tricks für ihre eigene Sicherheit im Alltag in der Schule und auch in der Freizeit mitnehmen.
Auch die Leo-Sternberg-Schule, Limburg, die Tilemannschule, Limburg, die Erlenbachschule, Elz und die Mittelpunktschule „Goldener Grund“ in Selters haben in diesem Jahr „Zivilcouragetrainings“ beim Jugendbildungswerk Limburg-Weilburg gebucht. Der Verein für Kriminalprävention Limburg-Weilburg e.V. wird auch im Jahr 2018 dieses wichtige Angebot finanziell unterstützen, sodass es den weiterführenden Schulen auch im kommenden Jahr weiterhin zur Verfügung steht. Alle zur Verfügung stehenden Trainingstermine für 2018 sind allerdings schon ausgebucht!

Informationen zum „Zivilcouragetraining“ sowie zu weiteren Angeboten des Jugendbildungswerkes Limburg-Weilburg finden sich unter www.das-jbw.de.
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