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Zeit zum Auftanken und Schöpfen aus dem Glauben

Eltern von Kindern mit Behinderung gönnten sich beim Oasentag in Hübingen eine „Auszeit“Caritas Gruppenfoto

Es ist ein spiritueller und ermutigender Tag, bei dem Eltern von (erwachsenen) Kindern mit Behinderung neue Kraft aus dem Glauben und aus dem Miteinander schöpfen können: Der jährliche Oasentag im Familienferiendort Hübingen fand bereits zum vierten Mal statt, organisiert von Rainer Lehmler, Referent Gemeindecaritas

beim Caritasverband Westerwald-Rhein-Lahn, und Ingrid Rössel-Drath vom ABCB (Angehörigenbeirat an Caritaseinrichtungen der Behindertenhilfe im Bistum Limburg ; vormalig DACB). Thema des Tages war „Gott lädt dich ein - dein Leben sei ein Fest!“

Neun Eltern kamen nach Hübingen, um gemeinsam mit ihren acht Kindern einen Tag lang eine Auszeit vom mitunter Kräfte zehrenden und belastenden Alltag zu nehmen. Gemeinsam - das ist ein zentraler Punkt beim Oasentag, das zeigt auch das Feedback der Teilnehmer: „Es ist eigentlich der einzige Ort im Jahr, wo wir uns einmal mit anderen austauschen können, die ähnliche Sorgen haben, aber ebenso schöne Momente mit ihren behinderten Kindern erleben.“ Der Oasentag, das ist aber auch ein Tag, an dem die Eltern vor allem spirituelle und zugleich lebensnahe Impulse bekommen, die alltäglichen Belastungen reflektieren können und ermutigt werden, aus dem Glauben und dem gemeinsamen Erleben mit den anderen Eltern neue Kraft zu schöpfen.

Caritas Gruppenfoto

Waren dankbar über die Auszeit mit spirituellen Impulsen und Zeit zum Atemholen, die Eltern von Menschen mit Behinderung und ihre Kinder beim Oasentag 2018 im Familienferiendorf in Hübingen. Foto: Caritas

Daher hatten Rainer Lehmler und Ingrid Rössel-Drath auch viel Zeit fürs Miteinander im Programm vorgesehen: Die Hochzeit zu Kana (Johannes 2, 1-9a) war der biblische Impuls, mit dem sich die Teilnehmer befassten. Was sind besondere Zeiten in meinem Leben, die mich glücklich machen, was ist für mich eine Hoch-Zeit, wo fühle ich mich wohl, welche Sehnsüchte habe ich? Oder auch: Was gehört zu einem guten Fest? Beim gemeinsamen kreativen Arbeiten mit Fingerfarben kam der Spaß ebenso nicht zu kurz wie der Austausch und das Wissen: Ich darf voller Freude und dankbar leben.

Der Nachmittag stand ganz im Zeichen von „Glücksmomenten“: Die Eltern konnten in zwei Workshops dem Glück nachspüren - ohne sich um ihre Kinder kümmern zu müssen, die ein eigenes Programm hatten. In der Achtsamkeitsschulung ging es darum, mit allen fünf Sinnen - Sehen, Hören, Fühlen, Riechen und Schmecken - Glücksmomenten nachzuspüren. „Glück gibt es mehr, als du denkst“: Das wurde im zweiten Workshop bewusst, als die Teilnehmer ihren ganz persönlichen „Glücksmomente-Kalender“ erstellten. Welche schönen Augenblicke habe ich bereits in meinem „Organizer“ eingebaut, am Tag, in der Woche, im Monat, im Jahr und im Leben? Glücksmomente, das kann Vieles sein, so der gemeinsame Kaffee am Frühstückstisch, der wöchentliche Sonntags-Gottesdienst, der monatliche Termin beim Friseur, der Geburtstag, die kirchlichen Feste wie Ostern und Weihnachten oder große Momente wie die eigene Hochzeit und Taufe der Kinder.

Der Psalm Davids „Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen“ bildete den Abschluss des Mut machenden Oasentages und war zugleich der Impuls, die Glücksmomente und schönen Augenblicke, im Vertrauen auf Gott, mit in den Alltag zu nehmen.