„Don Clemente – Aus dem Leben des TV-Kochs Clemens Wilmenrod“

Zwei Westerwälder Autoren freuten sich über die Veröffentlichung ihrer BücherClemens Wilmenrod 1 v1

Während in heutigen Tagen Kochshows zum guten Ton eines jeden TV-Senders gehören, faszinierte ein smarter Westerwälder mit Namen Clemens Wilmenrod bereits in der Wirtschaftswunder-Republik mit seinen Kochkünsten ein Massenpublikum. Nachdem der Autor Michael W. Caden per Zufall auf den Nachlass des berühmten ersten deutschen Fernsehkochs stieß, beschloss er, aus dem vorhandenen Text- und

Fotomaterial ein Buch zu verfassen. Auf mehr als 300 Seiten entstand mit einer Fülle von bislang unveröffentlichten Fotos und Fakten unter dem Titel „Don Clemente – Aus dem Leben des TV-Kochs Clemens Wilmenrod“ ein einzigartiges Werk über einen erfahrenen Schauspieler, der nicht nur mit dem Kochlöffel, sondern auch mit der spitzen Feder umzugehen verstand. Zeitgleich hat Trude Koschatzky, eine Großnichte des Fernsehkochs, und das macht die ganze Sache noch spannender, Wilmenrods zum Teil noch nie publizierten Kurzgeschichten unter dem Titel: „Vom Elbbach an den Hindukusch“ zusammenzutragen. Beide Bücher sind jetzt auf dem Markt erhältlich.

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Trude Koschatzky und Michael W. Caden haben aus dem Nachlass von Clemens Wilmenrod zwei Bücher verfasst, die mit bislang nicht bekannten Fakten, Fotos und Geschichten das Bild einer berühmten Westerwälders zeichnen, das so in der Öffentlichkeit bislang nicht wahrgenommen werden konnte. Foto: Röder-Moldenhauer

„Diese beiden Bücher sind eigentlich längst überfällig gewesen“, erläutert Autor Michael W. Caden. Doch habe es bislang an den notwendigen Fakten gefehlt. So sei beispielsweise aus Wilmenrods Kindheit bislang kaum etwas bekannt gewesen, erst seine jetzt wiederentdeckten autobiografischen Aufzeichnungen und Aktenordner mit zeitgenössischen Presseartikeln machten es möglich, auch einen Blick in die Kindheit und Jugendzeit des Westerwälder Schauspielers und Fernsehkochs zu werfen, in eine Zeit, lange bevor er Fernsehgeschichte in Deutschland schrieb. Geschildert wird das Leben auf dem Mühlenhof bei Willmenrod, ebenso wie Wilmenrods traumatische Erlebnisse während des Zweiten Weltkrieges nach der Bombardierung Dresden, wo er bis zur Schließung des Komödienhauses im Herbst 1944 als Teil des Theaterensembles Erfolge feierte.

Der Leser kann mitverfolgen wie Wilmenrod 1945 bei Kämpfen am Spreebogen verletzt und nach einer dramatischen Flucht wieder in den Westerwald zurückkehrt. Noch nie veröffentlichte Fotografien aus sechs Jahrzehnten seines Lebens runden das Buch ab. Zahlreiche Fotos vermitteln einen Eindruck von Wilmenrod Bühnenleben, und seine persönlichen Aufzeichnungen deuten auf einen Freigeist und Pazifisten hin, der sich schon relativ früh mit dem Gedanken eines geeinten Europas befasste. Seine im Nachlass erhalten gebliebenen Kurzgeschichten und Hörfunkbeiträge zeugen zudem von einem glänzenden Feuilletonisten, Erzähler und Fabulierer, was für seine Großnichte Trude Koschatzky Inspiration war, um auf 297 Seiten auch einmal die andere, nicht so bekannte, aber nicht weniger interessante und kreative Seite des Fernsehkochs zu beleuchten.

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„Mit dem Abstand von vielen Jahrzehnten ist es schwer, auch nur ansatzweise das vollständige Bild eines Menschen wie Clemens Wilmenrod zu entwerfen. Er hat die Kunstfigur des Fernsehkochs mit allen möglichen Zutaten gefüttert und glänzend bedient, und manchmal gelingt es bei ihm kaum, Wahrheit von Dichtung zu unterscheiden, denn zu seinem Entertainment gehörte stets die Symbiose von Kochen und Schauspielerei“, so der Autor und Journalist. Aus einem Fundus von mehreren Aktenordnern, die aus dem Nachlass von Clemens Wilmenrod stammen und in denen akribisch alle erdenklichen Zeitungsausschnitte aus den Glanzzeiten des „Bundesfeinschmeckers“ zusammengetragen worden waren, ließ sich für den Buchautor - gemeinsam mit autografischen Aufzeichnungen - das fesselnde Zeitporträt eines Menschen zeichnen, der mit seinen insgesamt 185 Koch-Shows ein Stück deutsche Fernsehgeschichte geschrieben hat.

Carl Clemens Hahn, besser bekannt als Clemens Wilmenrod, wuchs in einer Müllerfamilie bei Willmenrod mit vier weiteren Geschwistern auf. Er war der jüngste Bruder von Trude Koschatzkys Großmutter Gertrud Schneider, geborene Hahn, die gemeinsam mit ihrer Schwester Rosa kurz vor Kriegsende bei einem Bombenangriff auf Hachenburg ums Leben kam. Gertrud hatte ihn in die Kunst des Kochens einführt, und sie „vererbte“ Gertrud (Trude) Koschatzky ihren Vornamen.

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Jedes Jahr im Frühling und im Herbst kam „Onkel Clemens“ zu Besuch in den Westerwald, um seine Nichte und die Kinder, zu der engen Kontakt hielt, in Westerburg zu besuchen. Besonders in Erinnerung geblieben sind seiner Großnichte die Abende im Kreis der Familie, wenn Clemens Wilmenrod mit viel Mimik und Gestik von seinen Reisen und den Begegnungen mit fremden Menschen erzählte. Beim Sichten seines Nachlasses fielen ihr die von ihrem Großonkel verfassten Geschichten wieder in die Hände. „Beim Lesen war ich davon ähnlich angetan wie damals von seinen mündlichen Erzählungen“, berichtet sie voller Rührung. Sie hofft, dass es den Lesern jetzt ähnlich ergehen wird wie ihr an den Abenden mit „Onkel Clemens“ …

Anfang kommenden Jahres soll übrigens die verschollen geglaubte Autografie von Clemens Wilmenrod veröffentlicht werden, die dieser in den Jahren 1947/48 schrieb – ein Werk, dass sicherlich für Aufmerksamkeit sorgen wird. Es beschreibt einen Mann weit jenseits der Kunstfigur des TV-Kochs, einen pazifistischen Schauspieler und frühen Europäer, der kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges alles Menschenerdenkliche versucht, um nicht auf Hitlers Schlachtbank zu enden. Wilmenrod, der als Freigeist im Kriegshandwerk die Verneinung jeglicher Kultur sieht, will nur eines und dafür setzt er all seine Kraft und komödiantischen Fähigkeiten ein: Er will überleben...

Michael W. Caden
Don Clemente - Aus dem Leben des TV-Kochs Clemens Wilmenrod
Herausgeber: epubli
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 300
ISBN-Nummer: 978-3-754920-48-0 (Sachbuch mit Hardcover)
978-3-754919-81-1 (Taschenbuch mit Softcover)

Trude Koschatzky
Vom Elbbach an den Hindukusch – Geschichten aus der Feder des TV-Kochs Clemens Wilmenrod
Herausgeber: epubli
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 287
ISBN-Nummer: 978-3-754920-45-9 (Sachbuch mit Hardcover)
978-3-754919-79-8 (Taschenbuch mit Softcover)