Standort für die Feuerwehr in Montabaur gesucht

Das Feuerwehrgerätehaus an der Eichwiese in Montabaur ist baulich in einem schlechten Zustand, die Haustechnik muss dringend erneuert werden.18 KW40 VGR Feuerwehren

Außerdem sind die Garagen zu klein für die modernen Fahrzeuge, der Innenraum bietet nicht genug Platz für die Frauen und Männer der Freiwilligen Feuerwehr und die Werkstätten für die hauptamtlichen Feuerwehrgerätewarte entsprechen nicht den aktuellen Standards. All das

rgab ein Gutachten, das dem Verbandsgemeinderat (VGR) bei seiner Herbstsitzung vorgestellt wurde. Der VGR will nun gemeinsam mit der Feuerwehr nach einer Lösung suchen und auch mit der Stadt Montabaur im Gespräch bleiben, deren Bauhof ebenfalls in dem Gebäude untergebracht ist. Dabei werden auch alternative Standorte für einen möglichen Neubau geprüft.

18 KW40 VGR Feuerwehren
Das Feuerwehrgerätehaus an der Eichwiese in Montabaur befindet sich in einem Gebäudekomplex, zu dem auch der städtische Bauhof (linker Hand) und das Rote Kreuz (rechter Hand) gehören. Das Gebäude ist baulich und technisch in einem schlechten Zustand und außerdem zu klein, um allen Anforderungen gerecht zu werden.

Der Zustand des Gebäudes
Das Büro PlanNorm war von Stadt und Verbandsgemeinde beauftragt worden, den Zustand des 40 Jahre alten Gebäudekomplexes Feuerwehr/Bauhof zu untersuchen, den Sanierungsbedarf und funktionale Mängel genau zu beschreiben und eine Kostenexpertise zu erstellen. Dabei hat Wehrleiter Jens Weinriefer das Team von PlanNorm unterstützt. Die Ergebnisse ihrer Arbeit für den Gebäudetrakt Feuerwehr stellten Markus Konen und Lars Lang dem VGR vor, schließlich gehören die Feuerwehren zu den Aufgaben der Verbandsgemeinde, also auch Gebäude und Ausstattung. Das Feuerwehrgerätehaus müsse von Grund auf saniert werden, so Konen, denn vor allem die technische Gebäudeausstattung (Heizung, Sanitär, Lüftung, Strom, Telekommunikation), die Wärmedämmung und der Brandschutz seien veraltet und müssten komplett erneuert werden. Die tragenden Teile des Gebäudes, also das Stahlbeton-Skelett, sind aber nach der Analyse von PlanNorm in Ordnung und können erhalten werden. Den Kostenrahmen für die Sanierung des Feuerwehrtraktes schätzte Konen auf rund 2,7 Mio. Euro.

Funktionale Einschränkungen des Gebäudes
Bei einem Einsatz der Feuerwehren muss alles wie am Schnürchen klappen. Die örtlichen Gegebenheiten fordern allerdings Aufmerksamkeit und damit Zeit: So kreuzen sich beispielsweise die Laufwege im Gebäude und vor dem Gebäude kreuzen sich die Fahrwege der ausrückenden Fahrzeuge mit denen der ankommenden Feuerwehrleute. Der Umkleidebereich befindet sich in der Fahrzeughalle direkt hinter den Fahrzeugen, so dass die Feuerwehrleute in den Abgasen der startenden Einsatzwagen stehen, während sie ihre Uniformen anziehen. Es gibt keine getrennten Umkleiden und Duschen für Männer und Frauen und nicht genügend Platz für Spinde für die rund 80 aktiven Feuerwehrleute. In der Fahrzeughalle fehlen drei Stellplätze, der Abstand zwischen den geparkten Fahrzeugen ist gering und birgt damit Unfallrisiken; außerdem gibt es keine Abgasabsauganlage. In dem Gebäude befinden sich auch die Werkstätten und Büros der drei hauptamtlichen Gerätewarte der VG, die dort die technische Ausrüstung warten, sich um die Fahrzeuge kümmern sowie Verbrauchsmaterial lagern. All diese Räume sind sehr beengt und verfügen teilweise nicht einmal über Tageslicht. Alles in allem entspricht das Gebäude nicht mehr den heutigen Standards im Arbeits- und Unfallschutz, die bei Sanierung und Umbau oder bei einem möglichen Neubau berücksichtigt werden müssten.

Wie geht es weiter?
Die Frage „Wie geht es weiter?“ stellt sich auch für die Stadt Montabaur, deren Bauhof ebenfalls in dem Gebäude untergebracht ist, ebenfalls unter beengten Verhältnissen. Deshalb werden Stadt und Verbandsgemeinde jetzt zusammen nach einer Lösung für Feuerwehr und Bauhof suchen. Diese könnte unter einem Dach auf der Eichwiese, unter einem Dach an einem anderen Standort oder unter getrennten Dächern an verschiedenen Standorten liegen. Eine Arbeitsgruppe bestehend aus Mitarbeitern von Verwaltung, Bauhof und Feuerwehrleuten wird eine Liste von Grundstücken im Stadtgebiet von Montabaur (darunter auch die Eichwiese) prüfen, inwieweit sie für einen gemeinsamen Standort oder als neuer Einzelstandort für Feuerwehr oder Bauhof in Frage kommen. Die Prüfkriterien reichen dabei von den gesetzlich vorgeschriebenen Ausrückzeiten und Stellplatzbedarf der Feuerwehren bis zu den Lagerflächen, die der Bauhof benötigt. Wenn die Bewertung der möglichen Standorte vorliegt, sollen Stadt- und Verbandsgemeinderat sowie der Ausschuss für Brandschutz und technische Hilfe in einer gemeinsamen Sitzung die Frage „Wie geht es weiter?“ beantworten und die nächsten Schritte einleiten.

Ein weiterer Aspekt muss bei der Frage „ Wie geht es weiter?“ bedacht werden: Der Feuerwehrbedarfsplan, den der VGR im Herbst letzten Jahres verabschiedet hatte, sieht vor, dass die Stützpunktfeuerwehr Montabaur am Standort Eichwiese verbleibt, das dortige Gebäude modernisiert wird und die Löschgruppe Eschelbach in die Freiwillige Feuerwehr Montabaur integriert wird, was mittlerweile geschehen ist. Für die Feuerwehren in den Stadtteilen Horressen und Elgendorf soll laut Bedarfsplan ein neues Gerätehaus gebaut werden, möglichst zwischen beiden Orten gelegen. Bei der Suche nach einem alternativen Standort könnte es sich nun ergeben, dass es in organisatorischer und wirtschaftlicher Hinsicht sinnvoll wäre, ein gemeinsames Feuerwehrgerätehaus für Montabaur und die beiden Stadtteile Horressen und Elgendorf zu errichten. Das würde aber eine Abweichung vom Feuerwehrbedarfsplan bedeuten, generell stellt schon die Suche nach einem alternativen Standort zur Eichwiese eine Abweichung dar. Vor diesem Hintergrund bat Bürgermeister Ulrich Richter-Hopprich den VGR um ein Votum, dass bei der Prüfung der alternativen Standorte auch solche berücksichtigt werden dürfen, die im Ergebnis eine Abweichung vom Feuerwehrbedarfsplan bedeuten würden. Das Votum wurde mit großer Mehrheit erteilt.

Neue Fahrzeuge für die Freiwilligen Feuerwehren

Der Fuhrpark der 22 Freiwilligen Feuerwehren in der Verbandsgemeinde Montabaur wird regelmäßig geprüft und verjüngt. Auch dazu dient der Feuerwehrbedarfsplan als Grundlage. Nun hat der Verbandsgemeinderat die Neuanschaffung von gleich vier neuen Fahrzeugen auf den Weg gebracht. Konkret verabschiedete er die Leistungsverzeichnisse, die definieren, was die neuen Fahrzeuge im Einzelnen können wie sie ausgestattet sein sollen. Diese Leistungsverzeichnisse sind das Herzstück der öffentlichen Ausschreibungen, die nun folgen. Diese Fahrzeuge sollen angeschafft werden: Je ein Mannschaftstransportfahrzeuge für die Einheiten in Montabaur und Neuhäusel, ein Mehrzweckfahrzeug Typ 2 für Nentershausen und ein Mehrzweckfahrzeug Typ 3 für den Standort Montabaur.

(Foto und Text: Pressestelle VG Montabaur)