NABU Rennerod überreicht Plaketten an schwalbenfreundliche Landwirte und Hausbesitzer

Die heimischen Mehl- und RauchschwalbenSchwalben4

Als elegante Flugkünstler und nützliche Insektenfresser sind Schwalben sehr beliebt. Doch ihre Bestände nehmen kontinuierlich ab. Lehmpfützen zur Gewinnung des Nistbaumaterials sind durch eine zunehmende Bodenversieglung selten geworden und ein Rückgang an Luftinsekten, die Hauptnahrung der Schwalben, macht sich allgemein als "Insektensterben" bemerkbar. Da

unsere heimischen Mehl- und Rauchschwalben ihre Nester an Häusern oder in Ställen bauen, sind sie in besonderem Maße auf die Toleranz des Menschen angewiesen. Doch leider werden immer mehr Ställe und Scheunen verschlossen oder Schwalbennester an Hauswänden nicht geduldet, da Schwalben oftmals als lästige Fassadenbeschmutzer angesehen werden.

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"Es geht aber auch anders, viele Landwirte in der VG Rennerod bieten Schwalben im Stall und am Haus eine Unterkunft" erklärt Ralf Mohr, Schriftführer der NABU-Gruppe Rennerod. Als Landwirt hat er selbst Rauchschwalben in seinem Pferdestall, die dieses Jahr bereits die zweite Brut großziehen. „Die wetterfeste Plakette weist das Haus und seine Bewohner nicht nur als schwalbenfreundlich aus, sondern dient auch als Vorbild und Hinweis für andere Menschen, dass dieser Dienst an der Natur wertgeschätzt wird“, sagt Frank Ebendorff, Vorsitzender der NABU-Gruppe Rennerod. Im Rahmen der NABU-Aktion „Schwalben willkommen!“ zeichen sie Karl-Martin Gros mi Enkel Julius auf dem Berghof

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Rennerod aus, der über 20 Rauchschwalben-Nester beherbergt. Im Stall zeigt Landwirt Gros uns und seinem begeisterten Enkel ein "mobiles" Schwalben- nest mit vor kurzem geschlüpften Küken die noch fast nackt einzelne Plüsch-federn tragen.
Danach geht es zur Dammühle bei Niederroßbach, wo Sonja und Georg Werner die Schwalbenplakette erhalten. Neben den Rauchschwalben im Stall befinden sich an Wohnhaus und Vordach 60 Mehlschwalben-Nester, die teils dichtgedrängt über dem oberen Eingang hängen. Hier will der NABU Kotbretter anbringen, die das Sauberhalten erleichtern.

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"Die Landwirte Sonja und Georg Werner sowie Karl-Martin Gros erhalten Lebensräume nicht nur für Schwalben sondern auch für Wiesenvögel, Schmetterlinge und seltene Blütenpflanzen durch ihre Mitarbeit im Vertragsnaturschutz", bemerkt Frank Ebendorff zum Abschluss anerkennend. Neben den Landwirten wurden Hilde Jung in Ailertchen und Klaus Theis in Stein-Neukirch für ihre schwalbenfreundlichen Häuser ausgezeichnet.

Gern können sich weitere Schwalbenfreunde beim NABU Rennerod für die Plakette "Schwalben willkommen!" bewerben. (Text und Fotos: NABU Rennerod)