Die Ortsumgehung Rennerod – eine unendliche Geschichte

Seit 25 Jahren warten die Menschen auf eine EntlastungRennerod Ortsumgehung

In Rennerod kann dieses Jahr ein „trauriges Silberjubiläum“ begangen werden. Seit 25 Jahren warten die Menschen auf eine Entlastung durch die neue Ortsumgehung B 54“, Am 28.4.1993 wurde laut Beschluss des Verkehrsausschusses die Ortsumgehung B 54 Rennerod aus der Einordnung "weiterer

Bedarf" in die Dringlichkeit "vordringlicher Bedarf" aufgenommen. Die mit einer Länge von 2,3 km und Kosten von 11,5 Millionen DM projektierte Maßnahme sollte nach dem Willen des Bundestages somit im Zuge des neuen Bundesverkehrswegeplanes realisiert werden. Inzwischen ist viel Zeit vergangen und ein Baubeginn ist noch immer nicht in Sicht Täglich fahren rund 17 000 Fahrzeuge durch Rennerod und machen für Fußgänger ein einfaches, normales Überqueren der vielbefahrenen Straße nahezu unmöglich. Oftmals reihen sich „Stoßstange an Stoßstange“ und ältere, sowie gehbehinderte Bürger, wie auch Eltern mit Kinderwagen, finden kaum eine Lücke um gefahrlos auf die andere Straßenseite zu gelangen.
MdL Michael Wäschenbach, Verbandsbürgermeister Gerrit Müller und Bürger aus der Verbandsgemeinde Rennerod trafen im "Verkehrsgetümmel" an der Hauptstrasse in Rennerod zusammen um sich einen Überblick über die Verkehrslage zu verschaffen.

Rennerod Ortsumgehung
„Die Landesregierung hat eine Prioritätenliste für Ortsumgehungen im Bereich der Landesstraßen vorgelegt. Für Bundesstraßen liegt diese noch nicht vorinformierte Wäschenbach und versprach in der Angelegenheit am Ball zu bleiben. Verbandsbürgermeister Gerrit Müller sprach von einer unendlichen Geschichte und schwindender Geduld innerhalb der Bürgerschaft. „Die Straßenverkehrszählung des Bundes aus dem Jahre 2015 beziffert das Verkehrsaufkommen im Zentrum Rennerods (mit Zuleitung L 298 von Westernohe) von Dienstag bis Donnerstag mit 16.356 Fahrzeugen täglich; das entspricht 681 Fahrzeugen in der Stunde. In Spitzenzeiten, wie freitags zwischen 15:00 Uhr und 18:00 Uhr, durchqueren im Durchschnitt stündlich sogar 708 Kraftfahrzeuge die Innenstadt“ hat Paula Maria Maaß recherchiert und Landwirt Mathias Müller wundert sich darüber, dass eher die Wolfsprävention im Focus steht.
Seit Jahren fordern sowohl Bürger als auch die Verwaltung eine Ortsumgehung. Jedoch, was lange dauert, wird trotzdem nicht gut.
Obwohl sich die Politiker vor Ort seit Jahren um ein Fortschreiten bemühen, zieht sich das ganze Verfahren ziemlich schleppend dahin. Die Abgeordnete Angela Schneider-Forst stellte beispielsweise in 2000 eine kleine Anfrage zu Planung, Kosten- und Realisierungssachstand für die Ortsumgehung Rennerod. Die Landesregierung antwortete darauf hin, dass das Raumordnungsverfahren für den Bau einer Ortsumgehung Rennerod im Zuge der B 54 derzeit den Straßenbaubehörden des Landes Rheinland-Pfalz im Auftrag des Bundes obliege. Die örtlichen Arbeiten zur B 54 wurden zu dem Zeitpunkt vom Straßenbauprojektamt Vallendar betreut. Im Juni 2003 dann, wurden die Planungsaufgaben zu der Maßnahme vom LBM Koblenz auf den LBM Diez übertragen. Im Frühjahr 2006 nahm das Mainzer Innenministerium lt. MdL Michale Wäschenbach den Neubau der Bundesstraße 255 von der A3 bis zur A 45 sowie die Ortsumgehung Rennerod im Zuge der B 54 aus der obersten Priorität heraus. Im August 2006 wiederum spricht Staatsminister Hendrik Hering davon, dass die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens für die Ortsumgehung Rennerod im Zuge der B 54 noch im Jahr 2006 erfolgen soll.Nichts passiert. Im Januar 2007 dann teilt das LBM mit, dass das Planfeststellungsverfahren Mitte 2008 eingeleitet werden soll. Tatsächlich fand dann im im Oktober 2012 die Offenlage der Planfeststellungsunterlagen statt. Nach weiteren Anfragen durch die Abgeordneten Ralf Seekatz und Michael Wäschenbach teilt die zuständige Planungsbehörde im Januar 2017 mit, dass ein Planungsbüro derzeit noch mit der Überarbeitung des Deckblatts beschäftigt sei und der LBM weist auf diverse Personalveränderungen und eine Aufgabenfülle hin, wodurch es zu Verzögerungen kommen kann und genaue Aussagen zum weiteren Verlauf daher derzeit nicht getroffen werden können. Auch wurden die Bundesmittel laut Information durch Wäschenbach, noch nicht durch das Land abgerufen. Wäschenbach richtet aktuell in einem Schreiben vom 1.2. 2018 eine Anfrage an die Landesregierung. Er bat unter anderem um Auskunft darüber, wie weit das Planfeststellungsverfahren bzw. die Vorbereitung dazu bzgl. der B 54 in Rennerod gediehen ist, welchen Platz dieses Projekt auf der Prioritätenliste des Landes einnimmt und wie viele Planer damit beschäftigt sind. Zwischenzeitlich wurde bekannt, dass die Bundesmittel wieder verfallen. Die Landesregierung hat erneut Bundesmittel für den Straßenbau nicht abgerufen. Das ist Ergebnis einer Kleinen Anfrage der CDU-Landtagsfraktion. 28,6 Mio. Euro an Straßenbaumitteln muss Rheinland-Pfalz wohl zurückgeben, weil das Land die entsprechenden Planungen nicht leisten konnte. Dazu erklärt die verkehrspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Gabriele Wieland: „Verkehrsminister Wissing hat es nun im zweiten Jahr in Folge nicht geschafft, genügend konkrete Planungen für Straßenbauprojekte bereit zu stellen. Die CDU-Landtagsfraktion fordert bereits seit Jahren höhere Planungskapazitäten und stärkere Einbindung externer Planer. Auch die frühere rot-grüne Landesregierung hatte die Umsetzung der bereits ab 2011 angekündigten zusätzlichen Bundesmittel verschlafen bzw. aus ideologischen Gründen abgelehnt“ .Nun heißt es wohl wieder: Geduld haben. Elke Hufnagl
Foto von links: Michael Wäschenbach; Gerrit Müller, Paula Maria Maaß, Alfons Giebeler, Klaus Theis, Mathias Müller, Günter Göbel, Robert Fischbach und Karl-Heinz Stinner