Flugplatz Ailertchen war wieder Besuchermagnet

An den Pfingsttagen zogen Kunstflieger die Blicke auf sichAilertchen 06 2019.15 v1

Seit 30 Jahren lädt der Flugsportverein „Glück auf“ Ailertchen am Pfingstwochenende zum seinem weit über die Grenzen des Westerwaldes hinaus bekannten „Tag der offenen Tür“ ein. Auch in diesem Jahr konnten sich die vielen Besucher über ein attraktives Programm freuen. So gab es an den drei Tagen sowohl in der Luft als auch auf dem Boden allerlei

Interessantes zu entdecken und zu beobachten. Zu den Teilnehmern zählten der Flugsportverein mit seinen Abteilungen Motorflug, Segelflug und Modellflug. My-Sky-Concept bot wieder Tandemsprünge an. „Hier gibt es Fliegerei zum Anfassen“, freute sich Thomas Hofmann aus Hachenburg. Im Alter von 14 Jahren begann der heute 58-Jährige mit seinem Segelflugschein und entdeckte so seine Leidenschaft für den Flugsport, besonders in den Alpen.

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Sehenswerte Flugshows
Von Betzdorf kam er am Sonntag mit seinem knallroten Doppeldecker, einer Pitts S2B nach Ailertchen, wo er dem Publikum sein Können unter Beweis stellte. Rund zehn Minuten zog er mit seinem Kunstflug die Blicke auf sich. Für ihn sei es keine lange Anreise und er kenne die Vereinsmitglieder. Im Gespräch lobte er die tolle Atmosphäre und das unkomplizierte Miteinander. Das alles mache ein gelungenes Flugplatzfest für die ganze Familie aus, hob der zweifache Vater hervor.

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Als einer der fünf Segelfluglehrer des Vereins, demonstrierte Thorsten Gudelius mit seiner ASK 21 Rollen, Turns und Loopings und brachte so das Publikum zum Staunen.
Jedes Jahr dabei ist auch Walter Eichhorn (83), der zusammen mit Florian Hose in seiner T6 auch diesmal für viel Lärm und reichlich Rauch sorgte. Immer wieder gerne aus Elz kommt auch Josef Bertram (55).

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Zur Fliegerei sei er recht spät gekommen, erzählt er. Ausschlaggebend war ein spontaner Rundflug. So stieg er im Alter von 36 Jahren in dieses Hobby ein. „Nach zwei Jahren dachte ich: da muss noch mehr gehen“. Fortan beschäftigte er sich mit Kunstflug, den er mit seiner DR 107 auch mehrfach darbot. Torque Rolls, Trudeln und gerissene Rollen – diese und andere Kunststücke bot auch Bernhard Diehl. Der 32-Jährige aus Mainz zählte an diesem Wochenende mit seiner Extra 300 SHP zu den jüngsten Kunstfliegern. Er war zum ersten Mal in Ailertchen zu Gast. Als Pilot bei der Lufthansa machte er sein Hobby zum Beruf. Im Alltag fliegt er eine Boeing 747.

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Flug über die Heimat
Lutz Möckel war es wieder, der per Mikrofon über das Geschehen in der Luft eingehend informierte. Die Besucher zeigten sich beeindruckt von den Flugshows und zückten ihre Kameras und Handys und spendeten den Piloten kräftigen Beifall.
Wer selbst einmal einen Rundflug unternehmen wollte, der musste am Sonntag Wartezeit mitbringen. Bis zu drei Stunden mussten sich einige gedulden, bis es losgehen konnte.

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Groß war dann auch die Freude bei Andrea Breuer aus Kölbingen, die zusammen mit ihren beiden Söhnen Andre (6) und Marius (10) über die Heimat fliegen durfte. Deren achtjähriger Bruder Torben und Papa Marius winkten ihnen beim Abflug nach. Ein unvergessliches Erlebnis war es auch für Finja Klescz (12) aus Großseifen, die ebenfalls zu ihrem ersten Flug startete und dabei reichlich Fotos schoss. Natürlich hielt auch Papa Dirk Pilot Max Möckel und seinen jungen Fluggast in Erinnerungsfotos fest. Nach seinem Dienst beim DRK Ortsverein Höhn, der ebenso wie die Freiwillige Feuerwehr Ailertchen die Veranstaltung betreute, freute sich Fabian Zimmermann aus Hachenburg über einen Rundflug.
Am Pfingstmontag waren neben Martin Gräf mit einer Christen Eagle auch Reiner Meutsch und sein Berufspilot zu Gast und boten Hubschrauberrundflüge für die Stiftung „Fly & Help“ an.

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Modellflug
Wenn es die Flugsituation auf dem Platz zuließ, konnte auch die Modellflugabteilung aktiv werden. Vom befreundeten Modellflugverein Haiger-Allendorf waren David Schleifenbaum mit einem russischen Militärjet und Andreas Bietz mit einem Viperjet gekommen. Diese und andere Modellflieger waren auch im Rahmen einer Ausstellung zu bewundern.
Gut zu wissen: am Wochenende des 3. und 4. August findet wieder der traditionelle „Tag der offenen Tür mit Modellflug“ statt.

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Einladung zum Verweilen
Mit viel Eigenleistung hatten die Mitglieder des Flugsportvereins Ailertchen die Außenterrasse neben dem Flugplatz hergerichtet. Neue Sitzmöglichkeiten laden zum Verweilen ein. Auch den Imbiss betreibt der Verein nun selbst. „Diese Arbeiten motivieren und fördern die Kameradschaft“, berichtet Vorstandsmitglied Björn Wienen. Nach dem Abriss der alten Lager-Bude haben die Besucher jetzt eine bessere Sicht aufs Rollfeld. Unterstützung bot auch die Hachenburger Brauerei mit neuen Sonnenschirmen.
Zum Rahmenprogramm zählten Fahrzeugausstellung und Händler, das Sanitätsregiment 2 Westerwald aus Rennerod mit einer Präsentation, sowie die Wehrdienstberatung aus Koblenz.

Bei guten Witterungsbedingungen können übrigens auch an den nächsten Wochenenden Rundflüge gebucht werden. Informationen gibt es unter der Telefonnummer 02663/6473 oder 02663/7404 in der Fliegerklause. (Text und Foto: Ulrike Preis)