Heimatart im Café Kohleschuppen in Enspel

Sechs Kunstschaffende aus der Region präsentiere ihre Werke - Vielseitige GemeinschaftsausstellungHeimart1

Eines ist ihnen gemein – den sechs Künstlerinnen und Künstlern aus den Hornister-Dörfern Enspel, Langenhahn, Rotenhain und Stockum-Püschen: Sie alle verbrachten ihre Kindheit in der schönen und auch rauen Basaltlandschaft des Westerwalds. Das hat sie geprägt und ist häufi g in ihr künstlerisches Schaffen eingefl ossen. Die Stile und Ausdrucksformen der sechs Kunstschaffenden sind sehr unterschiedlich und so

präsentieren sie sich in einer vielseitigen Gemeinschaftsausstellung anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Verbandsgemeinde Westerburg.

Die Ausstellung findet vom 27. August bis zum 30. Oktober 2022 im Café Kohleschuppen statt. Sie kann sonn- und feiertags von 13 bis 18 Uhr besucht werden, dann läuft auch der Cafébetrieb. Ansonsten wird auf Wunsch täglich außer montags geöffnet: Diienstag bis Donnerstag von 10 bis 17 Uhr, Freitrag bis Sonntag und feiertags 10 bis 18 Uhr.

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CARMEN BENNER lebt und arbeitet im Westerwald. Im Alter von 16 Jahren stellte sie zum ersten Mal aus. Es folgen weitere Ausstellungen im In- und Ausland. Carmen Benner malt überwiegend in Öl und Pastell im realistischen Stil. Sie schafft leere Räume und stellt Mensch und Tier in den Mittelpunkt. Die zum Teil starr und isoliert anmutenden Figuren wirken allein durch Haltung und minimales „Beiwerk“ mystisch, tiefgründig und bedeutungsvoll. Neben detailgenau ausgearbeiteten Gemälden entstehen auch Arbeiten mit realistischen Darstellungen, die bewusst mit Bleistiftskizzen und groben Untermalungen in eine scheinbare „Unfertigkeit“ zurückgeworfen werden. Die Aufmerksamkeit des Betrachters wird auf das We- sentliche gelenkt und es entsteht im Bild selbst ein Spannungsfeld. Die Themen zieht sie aus ihrer sinnlichen Wahrnehmung der inneren und äußeren Welt, der Literatur und Dingen, die sie emotional beschäftigen. www.carmen-benner.de

BERND BALDUS, 1954 in Bad Marienberg geboren, wuchs in Enspel auf. Er studierte Sozialwesen in Wiesbaden und absolvierte die Wiesbadener Freie Kunstschule (wfk). Seit 36 Jahren arbeitet er hauptberuflich als Künstler und seit 1987 enga- giert er sich im Rahmen der bekannten Kunststati- on Kleinsassen. Darüber hinaus ist er seit 2000 als Kurator der inklusiven Ausstellungsreihe „Gestatten, Kultur!“ im Tanner Diakoniezentrum tätig. Er arbeitet mit Öl, Gouache, Farbstiften, Kreide, Tusche, fertigt Radierungen an und ist außerdem auch ein leidenschaftlicher Aquarellist. Verschiedene Stipendien und Studienaufenthalte führten ihn nach Finnland, Slowenien, Schweden, Dänemark, Südfrankreich und Görlitz. Seine Arbeiten waren bisher in zahlreichen Ausstellungen zu sehen, u. a. im Kunstverein Siegen, im Espace Riquet (Béziers/Südfrankreich) im Vonderau Museum Fulda, in der documenta-Halle in Kassel und natürlich im Kohleschuppen im Stöffel-Park. www.berndbaldus.de

SABINE DÖRNER wurde in Bad Marienberg geboren und wuchs in Enspel auf. Ihre Familiengeschichte ist eng verbunden mit dem dortigen Basaltabbau. Schon als Kind war sie völlig fasziniert von dem Geschehen im Steinbruch, was sie in einigen ihrer Arbeiten zum Ausdruck bringt. Nach einer Ausbildung zur Schaufenstergestal- terin studierte sie Werbe- und Gebrauchsgrafi k. Sie nahm einige Jahre am Offenen Atelier einer Frankfurter Kunstschule teil und vertiefte dort ihre Kenntnisse in der Malerei unter der Leitung der Frankfurter Künstlerin Claudia Klee. Sabine Dörner versteht sich als Landschaftsmalerin. In ihren Industrie-, Stadt- oder Naturlandschaften lässt sie Realität und Fiktion verschwimmen. Ihre Acrylarbeiten setzen sich mit Gegensätzlichkeiten wie Dunkel und Hell oder Gut und Böse ausei- nander – in ihren Aquarellen spielen Licht und Schatten eine große Rolle. Sabine Dörner lebt heute mit ihrem Mann als freie Grafi k-Designerin und Malerin in Aschaffenburg. www.doerner-design.de

JUTTA FASSHAUER-JUNG wurde 1968 in Höhn geboren. Sie lebt und arbeitet in Stockum-Püschen als freischaffende Bildhauerin und Malerin. Das Thema der Arbeiten von Jutta Faßhauer-Jung ist meist die Vergänglichkeit. Es sind Momentauf- nahmen, in denen das Dargestellte im Lot ist. Ihre Skulpturen, Bilder und Schriften sprechen für sich und wollen die Kostbarkeit unseres Lebens deutlich machen. Trotz der Darstellung des Un- beständigen strahlen die Werke Urvertrauen und Lebensfreude aus. Die Bilder, Skulpturen und Objekte entstehen je nach Idee in verschiedenen Techniken. Die Natur als Ausgangspunkt. Naturgewalt mit Licht und Schatten. Denn wo sich Himmel und Erde berühren, lacht das Herz und Bruchstücke bauen sich zu Neuem auf. Die künstlerische Arbeit ist für Jutta Faßhauer-Jung eine immer wiederkehrende Besinnung auf das Wesentliche im Leben. www.rheinland-pfalz.kunsthand- werks-tage.de/teilnehmer/holzbildhauerin

THERESIA MÜLLER-KUNZ ist Glasgraveurmeisterin und Glasveredelungstechnikerin. Bis zur Familiengrün- dung arbeitete sie als selbstständige Kunsthand- werkerin im eigenen Glasatelier in Hachenburg. Heute ist sie als freischaffende Künstlerin tätig. „Als Westerwälderin liebe ich die Natur und weiß die Schönheit meiner Heimat sehr zu schätzen. Dabei ist es mir nicht wichtig, die Sehenswürdigkei- ten des Westerwaldes darzustellen. Vielmehr sind es Lieblingsorte im Wald oder die kleinen, auf den ersten Blick unscheinbaren Dinge, die mich beein- drucken – das kann die Struktur einer Baumrinde oder auch ein moosbewachsener Zaunpfahl sein. Um das Licht und die besondere Stimmung der Natur einzufangen, entstehen meine Werke – Öl auf Leinwand – oft im Freien. Nur hier kann ich mit allen Sinnen die Natur wahrnehmen. In der kalten Jahreszeit widme ich mich der fotorealistischen Malerei sowie Porträts und lasse mich dabei unter anderem von eigenen Fotos inspirieren, die bei Spaziergängen oder Wanderungen entstehen.” www.theresiamk.de

PHILIPP LAMBOY, der Meister im Maurer- und Betonbauerhandwerk, wurde 1991 geboren, wuchs in Stockum-Püschen auf und lebt auch dort. Er arbeitet mit heimischem Basalt, Eisen und altem Holz. Er sägt, biegt, schweißt und hämmert. Oft sind es Fundstücke, die ihn aufgrund ihrer Struktur und Beschaffenheit faszinieren und zu seinen Werken inspirieren. Das Ergebnis seiner Arbeit sieht er weniger als Kunst im herkömmlichen Sinn, sondern viel mehr als kreatives Gestalten, das beim Betrachter ein Schmunzeln auslöst.