In Gemünden wurden die Fesseln der Sittlichkeit gelöst

Theatergruppe „fratze im kopp“ freut sich über gelungene PremiereDer wahre Jakob 2022.08

Die Theatergruppe „fratze im kopp“ Gemünden hat wahrlich die 1077 Tage gezählt, bis sie wieder ins Rampenlicht treten konnte und freute sich jetzt sichtlich, nach drei Jahren „Zwangspause“ eine bezaubernde Komödie präsentieren zu können. Mit dem Lustspiel „Der wahre Jakob“ von Franz Arnold und Ernst Bach in einer Inszenierung des Theater fratze im kopp haben sie einen Volltreffer gelandet. Von Beginn an wussten

die Akteure, die in ihren Rollen aufgingen, zu begeistern und die Lachmuskeln ihres Publikums zu strapazieren. Mit lang anhaltendem Beifall honorierten die Premierenbesucher schließlich das heitere Bühnenstück, das sie ins Jahr 1920 reisen ließ.

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Wer hätte gedacht, dass seinerzeit in Gemünden angesehene Bürger dem „Verein zur Aufrichtung gefallener Mädchen" angehörten. Doch offensichtlich war nichts so wie es schien, eine Überraschung jagte die nächste und es kam wie es kommen musste: die (Stink-)Bombe platzte. So war es zumindest im Gemündener Bote zu lesen.

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Ob der schlagfertige Stadtrat Wilhelm Wagner (Thilo Wengenroth) und sein etwas trotteliger Freund Manfred Schreitmaier (Andreas Keßler) wirklich mit guten Absichten zum „Weltkongress für Keuschheit und gute Sitte" nach Mainz gefahren waren, das lässt sich eigentlich nicht sagen.

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Fest steht, dass Wilhelm dort die reizende Fanny, eine hübsche Varietétänzerin (Monica Fialho Schwarz) kennenlernte und sich von ihr als „Schnuffel“ den Kopf verdrehen ließ.

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Nur Ehefrau Alma (Margit Keßler), die unter einem Vorwand ebenfalls nach Mainz gereist war, nahm die Sache nicht ernst. Wusste sie doch um die Hintergründe, die aber zunächst noch für Verwirrungen sorgten.

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Gerne hätte sie gesehen, dass ihre uneheliche Tochter Fanny den Heiratsantrag des charmanten Engländers Archibald J. Allison (Denis Wolf) annehmen würde. Tochter Lotti (Lara Fritsch), die zwischenzeitlich vom sittlichen Internat geschmissen wurde, wird Zuhause in Gemünden von ihrem Freund Fred (Marcel Holzbach) besucht.

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Das Zusammentreffen aller Beteiligten macht das Chaos komplett. Die Frage „Wer ist der Vater?“ stellt sich immer wieder. Bekanntlich sind stille Wasser tief. Auch der ledige Geheimrat Gustav Stülpnagel (Dietmar Wolf), dem sicher keiner eine Affäre zugetraut hätte, legte schließlich die Karten auf den Tisch und bekannte seine Jugendsünde.

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Hofierte Geheimrat Helmut Graf zu Wildenberg (Emil Holzbach) in Mainz noch die lebenslustige Fanny mit roten Rosen und Brillantring, mimt er bei seinem Besuch im Westerwald die hochwürdige Exzellenz des tugendhaften Vereins. Als er sich mittels Kraftausdrücken und Schimpfwörtern mit Manfred ein heftiges Wortgefecht lieferte, brachte er das Publikum zum Staunen.

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Der Griff in die Vereinskasse, ein heftiger Sturz ins Rosenbeet, vielsagende Hüftschwünge, versprochene Küsse - in all den Irrungen und Wirrungen versuchte Hausmädchen Antonia (Tanja Schlosser) mit einem offenen Ohr an der Zimmertür den Durchblick zu behalten.

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Das war wahrlich nicht einfach. Doch zum guten Schluss kam das „Happy End“, das alle Herzen höher schlagen ließ. Die Fesseln der Sittlichkeit waren gelöst, Erleichterung kam auf, verbunden mit dem Wunsch: „Wir fahren dahin wo das Leben pulsiert, ins ‚Scharfe Eck‘ nach Westerburg!“

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Der kräftige Beifall und die lobenden Worte nach dem letzten Vorhang galten auch dem Team hinter der Bühne, wozu Andrea Fritsch (Souffleuse), Eva Wolf (Requisiten), Martina Eisel und Mina Fialho (Maske) sowie Arno Eckstein und Jonathan Keßler (Ton, Technik, Licht) gehörten.

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„Wir sagen Dankeschön bei allen Zuschauern, Freunden und Vereinsmitglieder, die uns in den letzten drei Jahren unterstützt haben. Wir sind froh, endlich wieder für Euch auf der Bühne stehen zu dürfen“, freuen sich stellvertretend für das Ensemble der Vorsitzende Denis Wolf und sein Vater Dietmar, der auch die Regie führte.

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Wie zu erfahren war, sind schon fast alle Vorstellungen ausverkauft. Restkarten gibt es lediglich für die Aufführung am Freitag, den 18. November. Bestellungen über die Homepage www.fratze-im-kopp.de. Hier bekommen Sie die Karten auch kostenlos zugesendet. Wer seine Karten abholen möchte, kann diese bei Eva Wolf (02663/8763) bestellen. Der Preis pro Karte für Erwachsene beträgt 10 Euro und für Kinder und Jugendliche (bis einschließlich 15 Jahre) 8 Euro. (Text und Foto: Ulrike Preis)