Gute Laune und Unterhaltung mit "max is alright"

2. ausgebuchtes Klappstuhlkonzert am Wiesensee

„max is alright.“ Diese Band stand bei dem zweiten Klappstuhlkonzert am Wiesensee auf der Bühne und bot sowohl entspannte Rhythmen und fluffigen Sound, als auch ruhige, nachdenkliche Titel bis hin zu elektrisierenden Rockklängen. Ihre Musik wirkt zeitlos, weil sie keinem Trend nachhängt, und kam vielleicht auch deshalb so gut bei den unterschiedlichen Altersgruppen in der Zuhörerschaft an. Auch „Oma

Helga“ war dabei, sie stellt der Band einen Proberaum zur Verfügung.

Nach dem langen Aufbau, mit dem auch der Organisator Johannes Schmidt (Kulturbüro der VG Westerburg) und weitere Helfer beschäftigt waren, ging das Konzert um 20 Uhr los. Nach aktueller Corona-Sicherheitsvorschrift wurden die Abstände zwischen den Kleingruppen ausgemessen. Schon der Anblick der Klappstühle und Liegekissen verbreitete Freizeitstimmung und Campinglaune. Das Wetter war mild, der Himmel sommerlich, der Wiesensee leuchtete grün vor lauter Wasserpflanzen. Geangelt werden konnte auch – nach einem Klappstuhl. Diesen verloste max is alright für eifrige „Follower und Liker“.

Die Bandmitglieder von links: Sebastian Wanka (Gitarre), Denise Barke (Gesang), Michel Becker (Gesang), Sebastian Helsper (Schlagzeug), Paul Thomas Morton (Gesang/Mundharmonika), Maximilian Schmidt (Gitarre), Roland Aller (Bass).

Die 2011 gegründete Band legt Wert auf ihre freundschaftliche Verbundenheit, hat sich seitdem musikalisch immer weiter verbessert, aber auch einiges durchgemacht. Logisch, dass auch Familienmitglieder und Freunde/Freundinnen im Publikum zu finden waren. Ihr Lied „Seven hearts“ (ursprünglich für die Bandmitglieder geschrieben) wurde unter dem Namen „Three hearts“ drei Opfern der German-Wings-Katastrophe gewidmet: Christopher, Sebastian und Larissa – drei Freunde der Band. Der Titel fügte sich ganz natürlich in die Folge der Stücke ein, wie ja auch Trauer ein Teil des Lebens wird.
Es ist noch anzumerken, dass max is alright einen Merchandising-Stand vorweisen konnte mit eigenen Groupies, wie sich die Frauen selbst augenzwinkernd nannten. Diese drei sind mit Musikern befreundet und verkaufen Shirts, Sweater, Jute-Taschen mit dem passenden Aufdruck. Einer der Ulk verbreitenden „Moderatoren“ der Band hatte sogar Grillschürzen versprochen, die gibt es leider (noch) nicht – aber Geduld!

Gesang und Musik passten gut zusammen. Paul Thomas Morton glänzte beispielsweise bei einem Blues, und es war eine Freude, seine Mundharmonikaeinsätze zu verfolgen. Die meisten Titel waren eigene Stücke. Ein neues und berührendes stammt von Sebastian Wanka, der gleich großartige Gitarrenpassagen dazu lieferte – „Somedays“.

Michel Becker freut sich, dass das Konzert in Zeiten von Corona möglich war und richtete seinen Dank dafür an Johannes Schmidt. Und dann gab es noch ein letztes Stück „auf die Fresse“. Selten haben grobe Worte so eine erfreuliche Bedeutung.

Mittlerweile war es dunkel, die Handys leuchteten zum Dank wie dicke Glühwürmchen zur Bühne empor – ein glanzvolles Ende nach zwei Stunden guter Musik. Etwas leiser wäre sie allerdings auch gut zur Geltung gekommen. Der Eintritt war wieder frei gewesen, eine Spende aber willkommen.
(Text und Fotos: Tatjana Steindorf)