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Joachim Fuhrländer: gut besuchte Lesung in Westerburg

Kulturring und Stadt Westerburg freuten sich über positive ResonanzWbg. Stadt Kulturring Fuhrlaender 12 2025.03 v1

Auf Einladung des Kulturrings und der Stadt Westerburg besuchte Joachim Fuhrländer zu einer Lesung den Ratssaal. Der Windkraft Pionier und Unternehmer erlebte einen rasanten Aufstieg und auch alle Niederungen des Lebens selbst. Alles gipfelte letztendlich in der Insolvenz des Unternehmens „Fuhrländer“, welches sich aus der weltweiten Bankenkrise 2012 und den damit einhergehenden gekürzten

Kreditrichtlinien nicht mehr erholen konnte.

Sein Fuhrländer-Unternehmen bot zu Spitzenzeiten 700 Menschen weltweit Arbeit. Es ging aus der Dorfschmiede seines Vaters in Waigandshain hervor. Er selbst war auch Schmiedemeister und durfte damals als bester Schmied, also ähnlich eines Bundessiegers, wegen seiner Haarpracht, nicht ins Fernsehen. Man bevorzugte den Zweitplatzierten. Fuhrländer gelang es aus der Dorfschmiede ein weltweit agierendes Unternehmen zu formen.

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Immer wieder konnte er die Zuhörer mit seinem interessanten Werdegang begeistern. Viele nutzten die Gelegenheit, sein Buch: „ERNEUERBAR - Wenn Energie Zukunft gestaltet – Mein Leben als Windkraftpionier“ zu erwerben und sich dies persönlich signieren zu lassen. Gerne schrieb Fuhrländer Widmungen hinein und stellte sich interessierten Fragen. Auch kritischen Äußerungen, dass beispielsweise der Ausstieg aus der Atomkraft Arbeitsplätze bei Siemens kostete, konterte er, dass das Unternehmen auch für Atomingenieure Arbeitsplätze in der Medizintechnik anbot.

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Lobend äußerte sich ein junger Mann, dass Fuhrländer als Unternehmer auch beispielsweise Nicht-Windkraftmechatroniker einstellte, die dann seine Anlagen warteten. Das passt auch in das Bild des sozialen Chefs, der auch Schüler mit weniger guten Zeugnissen einstellte und diesen eine Chance und auch Ausbildungen anbot. Dafür war er im Westerwald bekannt. Manch ein junger Mensch wünscht sich solche Betriebe zurück. Ausbildung mit bis zu 8 Meistern stand bei dem damals 700 Mitarbeiter zählenden Windkraftunternehmen im Vordergrund. Auch weltweit war er tätig und empfiehlt jungen Menschen, ins Ausland zu gehen, um Wertschätzung zu erkennen.

Moderator Heinz Fischer führte gekonnt durch die Veranstaltung und durfte auch unbequeme Fragen stellen. Über den beruflichen Werdegang, den schwierigen Lebensverhältnissen im Westerwälder Winter und der zu geringen Wertschätzung der Landwirtschaft gegenüber Dienstleistungen weltweit, gelang es ihm Verknüpfungen zu seinen Zielen herzustellen.

Heute ist Joachim Fuhrländer mit seinem Unternehmen AFREECA vorwiegend in Afrika unterwegs und baut neben Windkraftanlagen, Wasserversorgungsleitungen oder auch Stromversorgungen für medizinische Einrichtungen. Da ihm Bildung stets wichtig war, fördert er gerne den Schulbau in Afrika. Ausbildung war stets ein Schwerpunkt in seinem unternehmerischen Leben.

Heute lebt er mit seiner jetzigen Frau Anna, einer Kapellmeisterin, in Niederbayern. Dennoch agiert er weltweit und erkannte vor 25 Jahren wie motiviert die Chinesen schon damals waren. Auch heute hat er noch gute Kontakte zu dortigen Hochschulen. Das Auftreten der Deutschen in der Welt sieht er oft kritisch – Zitat: Deutsche wollen immer alles besser wissen – deutsche Klugschei… und Besserwisser fühlten sich lange als internationale Lehrmeister. Doch die Zeiten haben sich gewandelt. Auch in anderen Teilen der Welt geht die Entwicklung voran, wenn auch oft nicht mit „Deutscher Gründlichkeit“, aber mit hoher Motivation.

Den Westerwäldern ist der Windkraftpionier als sozial eingestellter Unternehmer, Freund des Handwerks- und des Mittelstandes bekannt. Gerne unterstützte er auch Kulturschaffende im Westerwald.
Von seiner Beliebtheit im Westerwald zeugten auch viele ehemalige Mitarbeiter, die die gut besuchte Lesung bereicherten.