Braugerstenernte startet früher als im Vorjahr – Regionale Partnerschaft sichert Qualität und Wertschöpfung

Hachenburg. Während vielerorts die Sommerferien gerade erst begonnen haben, rollen auf den Feldern in unserer Heimat bereits die ersten Mähdrescher. Aufgrund der trockenen Witterung der vergangenen Wochen hat die Braugerstenernte in diesem Jahr etwas früher begonnen als im Vorjahr.

Für die Westerwald-Brauerei markiert der Erntebeginn eine der wichtigsten Phasen des Braujahres. Denn schon jetzt entscheidet sich die Qualität des wichtigsten Rohstoffs für Hachenburger Bier.

„Wir sind sehr zufrieden", sagt Braumeister Maik Grün, der die Ernte traditionell persönlich begleitet und inspiziert. „Die Gerste ist hervorragend ausgereift, die Körner sind gut entwickelt und auch die Erträge sehen bislang erfreulich aus. Genau diese Qualität brauchen wir, um den hohen Anspruch an jedes einzelne Hachenburger Bier zu erfüllen."

Auf diesen Feldern beginnt jedes Hachenburger Bier: Die Luftaufnahme zeigt den Mähdrusch auf einem Braugerstenfeld in Hachenburg. Zwischen den Fahrspuren ist der Schriftzug „Hachenburger“ in das Getreide eingearbeitet – ein sichtbares Zeichen für die enge Verbundenheit der Familienbrauerei mit ihrer Heimatregion. - Fotos: Westerwald-Brauerei Hachenburg

Insgesamt bauen 14 Vertragslandwirte auf rund 160 Hektar Ackerfläche etwa 850 Tonnen Braugerste für die Westerwald-Brauerei an. Damit decken sie rund 45 Prozent des jährlichen Braugerstenbedarfs der Familienbrauerei. Die enge Zusammenarbeit bringt Vorteile für alle Beteiligten. Bereits während des Anbaus stehen Braumeister und Landwirte im regelmäßigen Austausch und können gemeinsam Einfluss auf die Qualität der Braugerste nehmen. So entsteht ein Rohstoff, der den hohen Anforderungen der Westerwald-Brauerei gerecht wird.

Auch die Landwirte profitieren von dieser Partnerschaft. Sie erhalten eine garantierte Abnahme ihrer Ernte zu verlässlichen Preisen und gewinnen dadurch ein hohes Maß an Planungssicherheit – unabhängig von den Schwankungen auf den internationalen Agrarmärkten.


„Unser Bier beginnt nicht erst im Sudhaus, sondern hier draußen auf dem Feld", betont Brauerei-Inhaber Jens Geimer. „Die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unseren Braugersten-Landwirten ist seit vielen Jahren ein wesentlicher Bestandteil unserer Philosophie. Sie sichert nicht nur die außergewöhnliche Qualität unserer Biere, sondern stärkt gleichzeitig die Landwirtschaft in unserer Heimat."

Von der regionalen Zusammenarbeit profitiert auch die Umwelt. Kurze Transportwege reduzieren den CO₂-Ausstoß, gleichzeitig bleibt die gesamte Wertschöpfung in der Region.

Eindrucksvoll sichtbar wird diese enge Verbindung auf einem der Braugerstenfelder: Zwischen den Fahrspuren ist der Schriftzug „Hachenburger" in das Getreide eingearbeitet. Die Luftaufnahme des Mähdreschers auf dem Feld macht deutlich, wo jedes Hachenburger Bier seinen Ursprung hat – mitten im Westerwald.

Braumeister Maik Grün (links) begleitet die Braugerstenernte traditionell persönlich. Gemeinsam mit Volker Pietzsch, Geschäftsführer des Maschinenrings Westerwald-Sieg, mit dem die Brauerei partnerschaftlich und sehr eng zusammenarbeitet, wurde beim Treffen in Hainau auf die Ernte angestoßen.

 

Hintergrund:

Die Westerwald-Brauerei ist eine inhabergeführte Familienbrauerei und wird in der 5. Generation von Jens Geimer geleitet. Die vielfach ausgezeichneten Biere werden schwerpunktmäßig im geographischen Westerwald sowie den angrenzen Regionen in der gepflegten Gastronomie und im gut geführten Fach- und Lebensmitteleinzelhandel verkauft. Berühmt ist der Mittelständler mit gut 100 Mitarbeitern sowie 13 Auszubildenden für das Brauen mit 100% Aromahopfen und die 6 Wochen lange Reifezeit. Daher wurde die Westerwald-Brauerei in den Werteverband der Slow-Brewer aufgenommen, welcher sie jährlich streng zertifiziert. Darüber hinaus darf die Familienbrauerei sich zu einer der ersten deutschen Brauereien zählen, die im Rahmen der Gemeinwohl-Ökonomie eine Gemeinwohlbilanz vorlegt und damit den Grundstein für die strategische Ausrichtung des Unternehmens hinsichtlich eines nachhaltigen und ethischen Wirtschaftens legt. Seit Oktober 2021 ist die mittelständische Brauerei außerdem zu 100% klimaneutral durch Kompensation mit zertifizierten  Klimaschutzprojekten nach Scope 1, 2 und 3. Die gesamte „Erlebnis-Brauerei“ mit angeschlossenem Bier-Park kann jederzeit besichtigt werden – auch alle Produktionsräume – denn Transparenz ist ein Herzensanliegen.