Das Petermännchen regelt jetzt den Verkehr
Die Bauarbeiten an der Ampelanlage im Kreuzungsbereich Jahnstraße/Neumarktstraße in Westerburg sind abgeschlossen. Die Lichtsignalanlage wurde durch den Landesbetrieb Mobilität (LBM) vollständig erneuert, auf moderne LED-Technik umgestellt und gleichzeitig die Fußgängerfurt durch die Stadt barrierefrei ausgebaut. Die hohen Bordsteine vor
der Stadthalle in Richtung Innenstadt waren seit vielen Jahren für eine Absenkung vorgesehen.
Eine besondere Neuerung sorgt dabei künftig für einen hohen Wiedererkennungswert: Statt des klassischen Ampelmännchens weist nun das Westerburger Petermännchen den Fußgängern den Weg über die Straße.

„Mit dem Petermännchen bringen wir ein Stück Westerburger Geschichte in den Alltag und schaffen gleichzeitig eine kleine touristische Attraktion Das Petermännchen ist weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und gehört zu Westerburg wie das Schloss selbst. Umso schöner ist es, dass es nun auch den Verkehr sicher regelt“, freute sich Stadtbürgermeister Janick Pape, der zur feierlichen Eröffnung auch die Stadtbeigeordneten, Vertreter der Fraktionen des Stadtrats sowie Collin Schmidt von der Verkehrsbehörde der Verbandsgemeinde Westerburg begrüßen konnte. Eingeladen waren auch die Vorstandsmitglieder des Verschönerungsvereins Westerburg, Ralf Seekatz (Ehrenvorsitzender), Daniel Kraft-Stickel und Frank Schäfer (beide Beisitzer) sowie Vertreter des Landesbetriebs Mobilität, für den Guido Wagner, der Leiter der Masterstraßenmeisterei Hachenburg, gekommen war.

Pape dankte dem Verschönerungsverein, der die Kosten für die Erstellung der speziellen Schablonen übernommen hatte. Sabine Dörner (Dörner Design, Aschaffenburg) war es, die die Zeichnungen hierfür geliefert hatte. Dank galt auch Joscha Beer, Verkehrsingenieur des LBM aus Diez, für dessen Einsatz für die Verwirklichung des Projekts. Wie Wagner berichtete, investierte das Land Rheinland-Pfalz rund 150.000 Euro in die neue Ampelanlage. Diese sei mit LED Technik ausgestattet und werde verkehrsabhängig gesteuert, was einen verbesserten Verkehrsfluss mit sich bringe. „Mit acht Wochen Bauzeit sei das Projekt gut verlaufen“, zeigten sich Guido Wagner und Collin Schmidt zufrieden.

Das Petermännchen, der sagenumwobene Schlossgeist von Westerburg, ist seit Jahrhunderten fester Bestandteil der Stadtgeschichte. Der Legende nach war es einst Ritter Peter, der das Westerburger Schloss erbaut haben soll. Zahlreiche Sagen und Erzählungen ranken sich um seine Gestalt und einen bis heute verborgenen Schatz. Bis heute prägt das Petermännchen die Identität der Stadt und ist in den unterschiedlichsten Darstellungen ein beliebtes Symbol Westerburgs. Mit den neuen Ampelscheiben reiht sich Westerburg in eine wachsende Zahl deutscher Städte ein, die regionale Wahrzeichen oder historische Figuren als Ampelmotive einsetzen. Ob der Rattenfänger in Hameln, Pumuckl in München, das Einhorn in Schwäbisch Gmünd oder die Bergmann-Ampel in Duisburg – besondere Ampelmännchen verbinden Verkehrssicherheit mit lokaler Identität und sorgen zugleich für Aufmerksamkeit bei Einheimischen und Gästen.

„Für den Westerwald ist Westerburg damit aber die erste Stadt mit einem besonderen Motiv“, freut sich Pape und dankte insbesondere der Verkehrsbehörde von Kreis und Verbandsgemeinde für die Unterstützung. Neben der neuen Gestaltung wurde auch die gesamte Fußgängerquerung modernisiert. Die barrierefreie Ausführung erleichtert insbesondere Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrern, Familien mit Kinderwagen sowie älteren Menschen das sichere Überqueren der Straße. Mit der Kombination aus moderner Verkehrstechnik, Barrierefreiheit und einem unverwechselbaren Stück Westerburger Stadtgeschichte ist an der Stadthalle ein weiteres markantes Detail entstanden, das Funktionalität und Identität auf gelungene Weise miteinander verbindet.
