Internationaler Frauentag 2018

Ein Frühstück der ganz besonderen ArtFrauenfruehstueck

Zu einem internationalen Frauenfrühstück hatten neben der Kreisfrauenbeauftragten Ute Jungmann-Hauff die Frauenbeauftragte Carmen von Fischke, die für Gemeinwesenarbeit zuständige Viktoria Spiegelberg-Kamens und die Integrationsbeauftragte der Stadt Limburg, Melanie Weil, eingeladen. Das Gemeindezentrum Limburg-Blumenrod war bis auf den letzten Platz ausgebucht;

die Veranstalterinnen konnten 100 Frauen begrüßen. Neben vielen politisch aktiven Mandatsträgerinnen aus den Städten, Gemeinden und dem Kreistag sowie den Gewerkschaften kamen viele deutsche Frauen und auch Frauen mit Migrationshintergrund, wie aus dem Iran, Eritrea, der Türkei und aus Russland.

Frauenfruehstueck

Das Gemeindezentrum Limburg-Blumenrod war beim internationalen Frauenfrühstück bis auf den letzten Platz ausgebucht.

Gemeinsam ins Gespräch kommen und sich austauschen über Frauenrechte, das war das Ziel der Veranstaltung. Unter dem Motto „Frauen mischen sich ein – gestern und heute“ gelang es den Frauenbeauftragten, einen geschichtlichen Rückblick auf die Errungenschaft des Frauenwahlrechts (1918) sowie Frauen in der Politik und den Gleichberechtigungsgrundsatz im Grundgesetz, Artikel 3: Frauen und Männer sind gleichberechtigt (1949), zu geben.

Besonders wichtig für die Gleichstellung der Frauen, betonten die Frauenbeauftragten, waren die 1970er Jahre in Deutschland mit der neuen Frauenbewegung und sehr bedeutend für die Selbstbestimmung der Frau. Mit Einführung der Antibabypille 1960 konnten nun die Frauen selbst entscheiden, ob und wieviel Kinder sie haben wollten. Die 1980er schlossen sich an mit der Schaffung eigener Ministerien auf Bundes- und Länderebene für Frauen und somit mit einer Verbesserung der rechtlichen Situation.

Folgende Gesetze wurden verabschiedet:
- 1977 Ehe- und Familienrecht
- 1986 Erziehungszeitengesetz
- 1994 Neufassung des Gleichberechtigungsgrundsatzes im Grundgesetz „Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin“
- 1994 Namensgebungsrecht bei Heirat
- 1997 Vergewaltigung in der Ehe ist strafbar
- 2002 Gewaltschutzgesetz
- 2006 Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz
- 2015 Frauenquote für Aufsichtsräte

In den Städten und Landkreisen wurden im ganzen Land Frauenbüros eingerichtet und Frauenbeauftragte kümmerten sich im kommunalen Bereich erstmals um Gewaltprävention, Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, die Unterstützung von Frauenprojekten, die Verbesserung der sozialen Situation, Bekämpfung von Altersarmut und die Frauenförderung im Öffentlichen Dienst. Die Frauenbeauftragten sind wichtige Ansprechpartnerinnen, sie beraten, informieren, organisieren Bildungsangebote für Frauen und machen auf Problemlagen aufmerksam sowie Diskriminierungen öffentlich. Die Veranstalterinnen forderten die aufmerksamen Zuhörerinnen auf, sich einzumischen und sich für die Rechte der Frauen zu engagieren, damit das Erreichte erhalten bleibt.

Nach über 100 Jahren Frauenbewegung, gibt es immer noch Forderungen:
Entgeltgleichheit, Alterssicherung, Frauen in Führungspositionen, Aufwertung der sozialen und pflegerischen Berufe. Die Veranstalterinnen lobten am Ende das Miteinander der Teilnehmerinnen und die russischen Frauen sangen zum Abschied ein Volkslied aus ihrem Land.