Schüler experimentieren wie Astro-Alex

Mittelhessisches Projekt gewinnt Förderwettbewerbs „Digital Skills – Lernen in regionalen Netzwerken“ des Stifterverbandes und der Körber-Stiftung2019 schulen im weltraum tagami 1400
Gießen/Mittelhessen (./.) Durch die Live-Berichte des deutschen Raumfahrers Alexander Gerst im vergangenen Jahr verfolgten weltweit viele Menschen die Experimente in der Schwerelosigkeit der internationalen Raumstation (ISS).

Zeitgleich mit den Astronauten auf der ISS können ab Mitte 2019 mittelhessische Schulen naturwissenschaftliche Experimente durchführen und ihre Erfahrungen mit anderen Schulen auf der ganzen Erde austauschen. Das Projekt „Schulen im Weltraum“ wurde letzte Woche in der Gießener Ostschule vorgestellt, am 8. Mai haben der Stifterverband und die Körber-Stiftung bekannt gegeben, dass eine Jury das zugehörige regionale Netzwerk-Konzept „Digitale Skills für Mittelhessen“ im Rahmen des Förderwettbewerbs „Digital Skills – Lernen in regionalen Netzwerken“ prämiert hat.

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„Schulen im Weltraum“ ist erste Exolab-Anwendung in Europa

Die „Exolab“ genannten Laboreinheiten sind gerade einmal so groß wie ein Kinderschuhkarton, denn Platz ist rar auf der ISS. Wie die Astronauten im Weltall leben und arbeiten, zeigte Jürgen Schlutz vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt eindrucksvoll. Ted Tagami freute sich sehr über den ersten Exolab-Start in Europa; der Gründer von Magnitude.io, dem Unternehmen hinter Exolab war deswegen extra aus Kalifornien angereist. Er demonstrierte, dass zu der mit zahlreichen Sensoren und Schnittstellen ausgestatten Experimentierbox auch eine digitale Lernplattform gehört, auf der die Ergebnisse zusammenfließen und die Schülerinnen und Schüler sich austauschen können. Tagami war der mittelhessischen Initiative sehr dankbar, dass sie gleich ein ganzes Netzwerk an Schulen in das Projekt eingebringt.

Interessierte Schulen können sich über schulenimweltraum.de bis zum 31. Mai 2019 bei den Medienzentren melden

Das regionale Konzept „Digitale Skills für Mittelhessen“ ist im Netzwerk Bildung des Regionalmanagements Mittelhessen entstanden, in dem sich die Expertinnen und Experten austauschen und neue Ideen entwickeln. Das Konzept wurde ermöglicht durch die Zusammenarbeit des Startups CodeDoor mit den Medienzentren Mittelhessens Medienzentrum Gießen-Vogelsberg, Medienzentrum Lahn-Dill und dem Medienzentrum Limburg-Weilburg. Farid Bidardel, Mit-Gründer von CodeDoor, erklärt, wie das Projekt zustande kam: „Wir haben Ted bei einer Online-Diskussion mit Elon Musk gesehen und ihn daraufhin angeschrieben, um Mittelhessische Schüler mit Experimenten aus dem All zu versorgen. Wir freuen uns sehr, dass wir davon auch die Jury in Berlin überzeugen konnten, uns dabei zu unterstützen.“ Jochen Leeder, Sprecher der mittelhessischen Medienzentren betont, wie wichtig der Blick über den Horizont unserer Erde für Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sind: „Zeugnisnoten sind heute nicht mehr das zentrale Bewertungsraster, auf sdas unsere Betriebe schauen. E-Portfolios rücken immer mehr in den Fokus“ Hier können Kompetenzen des 21. Jahrhunderts wie z. B. kollaboratives Arbeiten und die Kreativität viel deutlicher dokumentiert werden. „Schüler können in ihren Portfolios zeigen, dass sie im Team ein naturwissenschaftliches Experiment geplant haben, das auch auf der ISS stattgefunden hat – genial!“ Die jetzige Generation sei am Erhalt unserer Erde stark interessiert: „Geben wir ihnen jetzt schon die Möglichkeit, mit Daten zu arbeiten, die sonst nur Wissenschaftlern zur Verfügung stehen.“ „Ich freue mich, dass das Regionalmanagement die richtigen Partner für das innovative Konzept zusammengebracht hat und wir es weiter begleiten können“, kommentierte Regionalmanagement-Geschäftsführer Jens Ihle.

Digital Skills - Lernen in regionalen Netzwerken

Mittelhessen ist eine von acht Gewinner-Konzepten des Förderwettbewerbs „Digital Skills – Lernen in regionalen Netzwerken“ und erhält vom Stifterverband und der Körber-Stiftung 25.000 Euro zum Ausbau ihrer Aktivitäten vor Ort. Julia André, die in der Körber-Stiftung den Bereich Bildung leitet, freut sich über die große Vielfalt an Konzepten: „Die Regionen haben vor Ort die passenden Lösungen gefunden, um digitale Kompetenzen zu vermitteln. Die Menschen sollen nicht nur dazu befähigt werden, sich kompetent in einer digitalen vernetzten Lebens- und Arbeitswelt zu bewegen. Sie sollen auch selbst zu Gestaltern werden und digitale Technologien kreativ nutzen."

Volker Meyer-Guckel, stellvertretender Generalsekretär des Stifterverbandes, ergänzt: „Auf die rasanten Veränderungen durch Digitalisierung und Automatisierung können Schulen und Hochschulen nicht immer schnell genug reagieren. Somit wächst die Bedeutung außerschulischer Lernorte und Bildungsinitiativen. Es ist wichtig, Partner aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft mit ihrem Wissen und ihren Ressourcen stärker in die Bildungskette einzubinden.“

Digitale Mündigkeit - Informatische Bildung – Praxiserfahrung - Vielfältige Lernumgebungen

Eine Jury von Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung hat aus mehr als 40 Bewerbungen acht regionale Netzwerk-Konzepte prämiert. Die acht Gewinner-Regionen erhalten neben der finanziellen Förderung für die Umsetzung ihrer Konzepte auch kostenlose Beratungsangebote und Fortbildungsmaßnahmen. In einem deutschlandweiten Netzwerk von Regionen, die sich für MINT (Mathematik, Informatik, Natur- und Technikwissenschaften) engagieren, können sie ihre Projekte sichtbar machen und ihre Erfahrungen austauschen.

Dr. Gerd Hackenberg (IHK Lahn-Dill), der Leiter des Netzwerks Bildung begrüßt das Projekt und die Prämierung: „Die Digitalisierung im täglichen Leben und in der Berufswelt schreitet mit großen Schritten voran. Damit insbesondere junge Leute hierauf gut und strukturiert vorbereitet werden, müssen die dafür notwendigen Kompetenzen frühzeitig vermittelt werden. Das mit Unterstützung des mittelhessischen Netzwerks Bildung vorbereitete und nun in die Umsetzungsphase gehende Projekt setzt genau hier an. Ich gratuliere zu dem verdienten Erfolg!“

Das Exolab ist 10x10x22 cm groß und untersucht die Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf Lebewesen in gesellschaftsrelevanten Experimenten, zum Beispiel die Stickstoff-Fixierung durch Bakterien oder die Keimlingsentwicklung von Pflanzen. Die Experimente sind von Schülerinnen und Schülern von der 6. bis zur 10. Klasse vielfach wiederverwendbar, geschulte Lehrkräfte können dadurch vielen Klassen die Lernerfahrung in der Spitzenforschung ermöglichen.

Weitere Informationen:
• zum mittelhessischen Projekt: http://www.schulenimweltraum.de/
• zum Exolab: https://magnitude.io/exolab/ (auf Englisch)
• zum Förderwettbewerb https://www.mint-regionen.de/digital-skills

Das Regionalmanagement Mittelhessen stärkt und vermarktet den Wirtschafts- und Hochschulstandort in der Mitte von Hessen. Der Schulterschluss aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik ist in den Themenfeldern Infrastruktur, Bildung und Fachkräfte sowie Forschung und Innovation tätig. In der Regionalmanagement Mittelhessen GmbH (RMG) haben sich 2013 alle Handwerkskammern, Hochschulen, Industrie- und Handelskammern, Landkreise und Oberzentren mit dem Verein Mittelhessen zusammengetan, um das seit 2003 bestehende Regionalmanagement weiter zu entwickeln, und Strategien für die Region zu planen und gemeinsam umzusetzen. Mehr zur Region und zum Regionalmanagement auf http://www.mittelhessen.eu

Im Stifterverband haben sich rund 3.000 Unternehmen, Unternehmensverbände, Stiftungen und Privatpersonen zusammengeschlossen, um Wissenschaft und Bildung gemeinsam voranzubringen. Mit Förderprogrammen, Analysen und Handlungsempfehlungen sichert der Stifterverband die Infrastruktur der Innovation: leistungsfähige Hochschulen, starke Forschungseinrichtungen und einen fruchtbaren Austausch zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. Der gemeinsame Wettbewerb „Digital Skills – Lernen in Regionalen Netzwerken“ ist Bestandteil eines Förderprogramms im Rahmen der Förderinitiative Future Skills, des nationalen Aktionsprogramms für Bildung im digitalen Zeitalter des Stifterverbandes. https://www.stifterverband.org/future-skills

Gesellschaftliche Entwicklung braucht Dialog und Verständigung. Die Körber-Stiftung stellt sich mit ihren operativen Projekten, in ihren Netzwerken und mit Kooperationspartnern aktuellen Herausforderungen in den Handlungsfeldern Innovation, Internationale Verständigung und Lebendige Bürgergesellschaft. Die drei Themen „Technik braucht Gesellschaft“, „Der Wert Europas“ und „Neues Leben im Exil“ stehen derzeit im Fokus ihrer Arbeit. 1959 von dem Unternehmer Kurt A. Körber ins Leben gerufen, ist die Stiftung heute mit eigenen Projekten und Veranstaltungen national und international aktiv. Ihrem Heimatsitz Hamburg fühlt sie sich dabei besonders verbunden; außerdem unterhält sie einen Standort in Berlin. www.koerber-stiftung.de

(Foto und Text: Manuel Heinrich Pressesprecher Regionalmanagement Mittelhessen GmbH)