Übung der Freiwilligen Feuerwehren rund um Montabaur:

Wasserversorgung, Logistik und Verpflegung wurden trainiert

Waldbrand am Köppel! Nicht in echt – zum Glück – aber als gedachtes Szenario für eine groß angelegte Übung der Freiwilligen Feuerwehren in der Verbandsgemeinde Montabaur, an der auch eine benachbarte Einheit teilnahm. Simuliert wurde ein größerer Vegetationsbrand und außerdem Wasserknappheit, also eine Situation, bei der vorübergehend nicht ausreichend Trinkwasser im Leitungsnetz vorhanden ist. Im Mittelpunkt der

Übung standen die alternative Wasserversorgung, verschiedene Logistikaufgaben, die Alarmierung und die Verpflegung der Einsatzkräfte.

Bei einem Waldbrand wird anfangs sehr viel Löschwasser auf einmal gebraucht, häufig mehr als das Leitungsnetz vor Ort hergibt. Auf solche Fälle sind die Freiwilligen Feuerwehren in der VG Montabaur eingestellt: Vor einigen Jahren wurde eigens ein Team Wasserversorgung eingerichtet. Es hat die Aufgabe, alternative Wasserentnahmestellen wie Bäche und Teiche genau zu untersuchen und in Wasserkarten einzutragen. Außerdem wurden bereits 80 Trassen für unterschiedliche Schlauchstrecken und Gefahrenpunkte vorberechnet. „Das war viel Arbeit, aber es spart im Ernstfall enorm viel Zeit“, erläuterte Hans-Joachim Klimke, der als Stellvertretender Wehrleiter die Übung leitete. „Deshalb sind Übungen auch so wichtig.“

Bei einer Übung der Freiwilligen Feuerwehren rund um Montabaur wurde ein Waldbrand auf dem Köppel simuliert. Dazu musste eine Schlauchleitung über 3.000 Meter vom Aubach in Eschelbach zur Waldschule in Horressen verlegt und sechs Pumpstationen installiert werden. Bei Eschelbach wurde die Leitung über die Autobahn und ICE-Trasse geführt. (Bild: Feuerwehren in der VG Montabaur)

Oberstes Ziel der Übung war es, an der Waldschule in Montabaur-Horressen einen ständigen Wassernachschub von 800 bis 1.000 Liter pro Minute zu gewährleisten, wobei das Wasser nicht aus dem Leitungsnetz entnommen werden durfte, sondern alternativ beschafft werden musste. Von der Waldschule aus sollten Fahrzeuge mit Wassertank dann zur (gedachten) Brandstelle im Wald pendeln. Schnell war die geeignete Wasserentnahmestelle in der Wasserkarte gefunden: „Beim Aubach in Eschelbach weiß man, dass er selbst in regenarmen Sommern genügend Wasser führt. Auch wenn der Pegelstand nur wenige Zentimeter hoch ist, können wir dort mit unseren neuen Schwimmsaugkörben Wasser ziehen ohne den Bach stauen zu müssen“, berichtete Klimke. Von der Entnahmestelle in Montabaur-Eschelbach bis zur Waldschule sind es fast 3.000 Meter; die Schlauchstrecke mit sechs Pumpstationen war bereits in der Wasserkarte angelegt worden. So schafften es die alarmierten Einheiten aus Oberelbert, Heiligenroth, Eitelborn, Großholbach, Horressen-Elgendorf und aus dem benachbarten Staudt (VG Wirges) innerhalb von nur 40 Minuten die Schlauchleitung aufzubauen und in Betrieb zu nehmen. Das erste Übungsziel war erreicht!

Für die Alarmierung der Einheiten war die Einsatzzentrale in Nentershausen zuständig – auch für sie eine Übung, um die Theorie eines solchen Einsatzes in der Praxis zu proben. Die Fachkräfte der Pumpenwerkstatt in Nentershausen waren ebenfalls beteiligt. Sie hielten Werkzeuge für mögliche Reparaturen, Reservekraftstoff sowie Ersatzpumpen bereit. Die Feuerwehr aus Montabaur war für die Verpflegung der Einsatzkräfte zuständig und bereitete Suppe mit Brötchen für alle zu. Rund 75 Personen waren an der Übung beteiligt und mussten versorgt werden. „Auch diese beiden Logistik- und Versorgungsaufgaben gehören bei einem Großeinsatz dazu und mussten mal geübt werden“, stellte Klimke fest. Bei der Auswertung der Übung zeigte sich die Wehrleitung sehr zufrieden mit dem Ablauf und den daraus gewonnenen Erkenntnissen. „Ein großes Kompliment geht an unsere Kameradinnen und Kameraden. Alle haben toll mitgemacht und waren konzentriert bei der Sache. Die Wasserkarte hat sich als wertvolles Instrument erwiesen“, so Klimkes Fazit.