Verbandsgemeinderat verabschiedet Wirtschaftspläne der Werke

Preiserhöhungen bei Wasser und Abwasser ab 2023 beschlossen22 12 20 VGR Wirtschaftsplaene v1

Die Verbandsgemeindewerke Montabaur erhöhen ab Januar 2023 die Preise für Wasser und Abwasser. Das hat er Verbandsgemeinderat entschieden. Schweren Herzens stimmten die Ratsmitglieder zu, denn zusätzliche Belastungen für die Bürger und Unternehmen hätten sie gerne vermieden. Doch bei steigenden Kosten für Energie, Material und Personal ist eine Preiserhöhung unumgänglich.



Die neuen Preise.
Der Arbeitspreis für das Trinkwasser wird ab Januar 2023 je Kubikmeter von 1,36 Euro auf dann 1,79 Euro netto erhöht. Der Grundpreis steigt von 72 Euro auf 80 Euro je Hausanschluss. Beim Abwasser steigt die Gebühr für Schmutzwasser je Kubikmeter von 1,45 Euro auf dann 2,00 Euro. Die wiederkehrenden Beiträge für Niederschlagswasser werden je Kubikmeter von 0,44 Euro auf dann 0,48 Euro netto erhöht. Alle übrigen Preise bleiben stabil. „Es war eine schwierige Entscheidung. Wir haben getan, was wir konnten, um die Preiserhöhungen so niedrig wie möglich zu halten“, erklärte Bürgermeister Richter-Hopprich im Verbandsgemeinderat. „Aber wir müssen immer die Versorgungssicherheit im Blick haben. Wenn wir heute Investitionen verschieben, um die Preise stabil zu halten, drohen in einigen Jahren Wassermangel oder vollkommen marode Kanäle. Dann bezahlen die Bürger die Rechnung doppelt und dreifach. Hier müssen wir ehrlich sein.“

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Die bestimmenden Faktoren
Bei der Vorberatung im Werkausschuss stellte Werkleiter Andreas Klute die Wirtschaftspläne und das neue Preisblatt vor. „Wir haben hin und her gerechnet, aber wir kommen um eine Preiserhöhung 2023 nicht herum. Die Werke müssen wirtschaftlich arbeiten“, so der Werkleiter. Bestimmende Faktoren für den Preisanstieg sind die enorm gestiegenen Kosten für Baumaterial, für Strom und beim Personal. „Seit Anfang 2022 sind die Materialkosten beim Bauen bis zu 40% gestiegen. Einige Produkte sind gar nicht mehr auf dem Markt verfügbar und wir müssen nach Ersatz suchen. Besonders teuer sind Beton und Estrich geworden: Hier haben wir für 2023 mit einem Anstieg von 50% kalkuliert. Denn für alle Bauwerke beim Wasser und Abwasser brauchen wir Beton“, führte Andreas Klute aus. Auch die Energiekosten sind ein Preistreiber und ein Unsicherheitsfaktor bei der Kalkulation. „Beim Strom gehen wir trotz Preisbremse etwa von den doppelten Kosten aus – ohne aktuell zu wissen, ob wir damit richtig liegen“, so Klute weiter. Und schließlich rechnet er noch mit steigenden Personalkosten, denn im Frühjahr stehen Tariferhöhungen an. Außerdem konnten endlich einige Stellen besetzt werden, die wegen des Fachkräftemangels lange vakant waren.

Die wichtigsten Projekte
Die Verbandsgemeindewerke arbeiten kontinuierlich an der Instandhaltung und Erneuerung ihrer Infrastruktur. Dabei geht es nicht nur um das Leitungsnetz von rund 360 Kilometern (beim Trinkwasser), sondern auch um Brunnen, Hochbehälter, Pumpstationen, Kläranlagen, Regensammelbecken und vieles andere mehr. Im Bereich Abwasser müssen die Kläranlagen in Simmern und Montabaur erneuert werden, hier stehen Vorstudien und Bauplanungen an. Außerdem müssen an den Kläranlagen Niedererbach und Nentershausen technischen Bauteile ausgewechselt werden, ebenso an der Pumpstation Nomborn. In Gackenbach, Hübingen, Neuhäusel und Welschneudorf entstehen Neubaugebiete. Dafür planen die Werke die Erschließung und führen sie durch. Kanalerneuerungen in offener oder geschlossener Bauweise (Inlinerverfahren) sollen in Görgeshausen, Stahlhofen, Niederelbert-Holler, Montabaur-Elgendorf und Simmern vorgenommen werden. Bei der Wasserversorgung steht vor allem der Bau neuer Versorgungsleitungen auf dem Plan zum Hochbehälter in Montabaur-Reckenthal, zum Gewerbegebiet Stockland in Niederelbert sowie in Montabaur (Bahnhofstraße) und in Nentershausen. In Simmern, Welschneudorf und Ruppach-Goldhausen sollen Probebohrungen stattfinden um Standorte für neue Tiefbrunnen zu finden. „Alle diese Maßnahmen sind dringend notwendig und müssen jetzt durchgeführt werden. Wir haben klare Prioritäten“, stellte der Werkleiter im Ausschuss klar.

Mons-Tabor-Bad
Das Mons-Tabor- Bad soll in den nächsten Jahren grundlegend saniert und umgebaut oder alternativ ganz neu gebaut werden. Eine entsprechende Bedarfsanalyse ist in Arbeit und soll im Frühjahr vorgestellt werden. Damit das „alte“ Bad noch weiter in Betrieb bleiben kann, werden in 2023 der Hubboden erneuert, die Duschen neu gefliest und die Jalousien im Hallenbad ausgewechselt. Zur Durchführung dieser Arbeiten sowie zur jährlichen Wartung und Grundreinigung schließt das Bad Mitte März für mindestens vier Wochen. Die Eintrittspreise bleiben unverändert.


Symbolbild Wasserzähler (Bild: VG Montabaur)