Umweltbeauftragte gewährten Rückblick und Ausblick

Scherer und Schönberger fordern Abkehr von Steinwüsten in Vorgärten

Zum Jahresgespräch trafen sich die Umweltbeauftragten der Verbandsgemeinde Rennerod im März im VG-Verwaltungsgebäude in Rennerod. Helmut Scherer (Elsoff) und Robert Schönberger (Seck) konnten dazu Vertreter des Nabu, der Jägerschaft (Kreisjagdmeister Bernd Schneider und Hegeringleiter Achim Reeh), den Vorsitzenden des

Kreisbauernverbandes Matthias Müller (Irmtraut) begrüßen. Als Gastgeber führte VG-Bürgermeister Gerrit Müller kurz in die Thematik ein. Er bezeichnete den jährlichen Gedankenaustausch als nützlich für den Umweltschutz im Hohen Westerwald. Das Duo Scherer/Schönberger erstattete einen Rückblick auf die Aktivitäten des Jahres 2019 und gab einen Ausblick auf die anstehenden Projekte des laufenden Jahres. Vorrangig soll der Unsitte von „Steinwüsten“ in Vorgärten entgegen gewirkt werden.

Schönberger ging u.a. auf die Veranstaltung „Energiequelle Wasserstoff“ in der Westerwaldhalle ein (die WZ berichtete). Die Energieagentur Rheinland-Pfalz, der Umwelt Campus Birkenfeld und das in Rennerod ansässige Unternehmen Fuhrländer informierten die zahlreich interessierten Gäste über die Möglichkeiten zur Nutzung einer reichlich vorhandenen Energiequelle. Auch in 2019 galt es an verschiedenen Stellen invasive Pflanzen wie Herkulesstaude, Indisches Springkraut und Jakobskreuzkraut zu bekämpfen.

Zusammen mit heimischen Landwirten hat man Blühstreifen entlang von Feldern angelegt (Hüblingen, Hellenhahn). Um die Ausbreitung eingewanderter Tierarten wie Waschbär und Marderhund in den Ortslagen zu verhindern, ist es wichtig kein Futter zugänglich zu machen. Solche Futterstellen ziehen zudem Füchse in die Dörfer. Gefördert hat man in 2019 erneut die Anlage von Streuobstwiesen. Am Andachtsweg „Hohe Hahnscheid“ wurde eine Ruhebank in der Gemarkung Seck aufgestellt. Für den Oktober luden die beiden Umweltbeauftragten zum Apfelsaftpressen auf den Hubertusplatz nach Rennerod ein.

Helmut Scherer gab ein Ausblick auf das laufende Jahr. Dabei hat man nach Sturmschäden, , Borkenkäferbefall und Trockenheit die Neubegründung artenreicher Wälder im Blickwinkel. Große Bedeutung kommt hinsichtlich der Walderneuerung der Rehwildbejagung zu. Hier will man mit Jägern, Jagdpächtern, Förstern und Waldbesitzern zu gemeinsamen Konzepten finden. Eine Wanderung zum Thema Biodiversität in der Gemarkung Mittelhofen ist für Anfang Mai geplant, aber abhängig davon, ob die Coronakrise das zulässt. Termine zu Besichtigungen von lokalen Bauernhöfen werden über die Tourist-Info in Rennerod bekannt gemacht.

Weiter beschäftigt man sich mit der Problematik von großflächigen Fotovoltaikanlagen auf landwirtschaftlich nutzbaren Flächen. Ein „Dorn im Auge“ sind den beiden Umweltschutzbeauftragten die „Steinwüsten“ in Vorgärten. Zur Förderung der Artenvielfalt (Insekten) sollen Hausbesitzer angehalten werden Rasenflächen und Vorgärten mit Blumen, Kräutern oder flach wachsenden Bodendeckern zu bepflanzen. Die VG Rennerod stellt sogar Blühsaatgut für den privaten Gebrauch kostenfrei zur Verfügung. Auf Wunsch kann man die beiden VG-Umweltbeauftragten zur Beratung heranziehen. (Text: Wolfgang Gerz)